Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine treibt den schrittweisen Umbau seiner Produktion voran. Am Montag vermeldete das Unternehmen einen maßgeblichen Zwischenschritt für das Werk in Donawitz: Die Montage des neuen Elektrolichtbogenofens ist plangemäß größtenteils abgeschlossen. In einzelnen Teilbereichen der Anlage hat das Unternehmen bereits mit der Kalt-Inbetriebnahme begonnen.

Zeitplan für die elektrifizierte Stahlerzeugung

Mit der Fertigstellung der Montage nähert sich der Konzern dem geplanten Beginn der emissionsärmeren Produktion. Die teilweise Umstellung auf eine elektrifizierte Stahlerzeugung in Donawitz ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen. Sobald das Aggregat im industriellen Vollbetrieb läuft, soll die Anlage eine Jahreskapazität von rund 850.000 Tonnen CO₂-reduziertem Stahl erreichen.

Flankiert wird diese Transformation durch Anpassungen an der werkseigenen Energieinfrastruktur. Am oberösterreichischen Standort Linz nahm Voestalpine eine neue Kraftwerkseinheit in Betrieb. Diese zusätzliche Erzeugungskapazität dient der technischen Absicherung für den künftigen Betrieb: Sie soll die Umstellung auf eine hybride Stahlerzeugung, die ab dem Jahr 2027 auf die parallele Nutzung von Elektrolichtbogenöfen und klassischen Hochöfen setzt, mit der notwendigen Energie versorgen.

Zuversichtliche Einstufung durch UBS

Die langfristigen Investitionen in die Umrüstung der Produktionsprozesse ziehen auch die Aufmerksamkeit des Kapitalmarkts auf sich. Medienberichten zufolge hat die Schweizer Großbank UBS ihre Einschätzung für die Aktie am 9. Oktober überarbeitet. Die Analysten stuften das Papier von „Neutral“ auf „Buy“ hoch. Parallel zu dieser Hochstufung hob die Bank das Kursziel für den Titel deutlich von 49 auf 64 Euro an.

An der Börse spiegelte sich die operative Entwicklung in den vergangenen Monaten bereits in einer spürbaren Erholung wider. Gestern ging die Voestalpine-Aktie mit einem leichten Tagesgewinn von 0,5 Prozent bei 44,18 Euro aus dem Handel.

Betrachtet man den bisherigen Jahresverlauf, verzeichnet das Papier seit Jahresanfang einen Wertzuwachs von 17 Prozent. Mit dem Erreichen der Kalt-Inbetriebnahme in Donawitz liegt der Fokus nun auf den weiteren Testphasen vor dem anvisierten Produktionsstart im ersten Halbjahr 2027.