Auf der Baustelle in Linz stehen die Wände, in Brüssel fallen die Entscheidungen. Voestalpine bringt sein milliardenschweres Klimaprogramm in die nächste Phase. Der Stahlkonzern navigiert dabei durch ein Umfeld, das von schützenden EU-Zöllen und bremsenden US-Abgaben geprägt ist.
Der Rohbau der neuen Elektrolichtbogenofen-Halle am Linzer Werk ist fertig. Damit startet die entscheidende Phase des 1,5-Milliarden-Euro-Projekts. Als Nächstes installieren die Techniker die Anlagen und die Fördertechnik für direkt reduziertes Eisen (HBI). Dieser Rohstoff soll künftig Kohle in der Stahlherstellung ersetzen.
Ab Februar 2027 soll der erste Ofen in Linz anlaufen, gefolgt von einer zweiten Anlage in Donawitz. Zusammen sollen sie jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen CO₂-reduzierten Stahl liefern. Das senkt die Konzern-Emissionen bis 2029 um fast ein Drittel. Das nötige HBI bezieht Voestalpine aus einer texanischen Anlage, an der die Österreicher beteiligt sind.
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EU-Regulierung stützt, US-Zölle bremsen
Flankenschutz erhält der Umbau aus Brüssel. Der neue EU-Kohlenstoffgrenzmechanismus verteuert asiatische Stahlimporte spürbar. Mitte April verschärfte die EU die Regeln weiter: Die zollfreien Quoten sinken drastisch, Strafzölle oberhalb dieser Schwelle verdoppeln sich ab Sommer auf 50 Prozent. Emissionsarme Produzenten wie Voestalpine erarbeiten sich so einen klaren Preisvorteil.
Auf der anderen Seite des Atlantiks drückt die US-Handelspolitik auf die Bilanzen. Hohe Abgaben auf Spezialrohre kosten den Konzern in Kombination mit niedrigen Ölpreisen bis zu 80 Millionen Euro beim Ergebnis. Im Heimatmarkt benennt CEO Herbert Eibensteiner derweil ein strukturelles Risiko. Für den Ersatz der klassischen Hochöfen fehlen schlichtweg ausreichend dimensionierte Strom- und Wasserstoffnetze.
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Solide Basis für den Umbau
Operativ liefert der Stahlkocher ein stabiles Fundament. In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres stieg das operative Ergebnis auf eine Milliarde Euro. Trotz der hohen Investitionen in den grünen Umbau senkte Voestalpine die Nettoverschuldung deutlich auf 1,4 Milliarden Euro. Am Aktienmarkt kommen diese Fortschritte gut an. Die Papiere reagieren am Mittwoch mit einem Kurssprung auf 43,00 Euro.
Den vollständigen Blick in die Bücher gewährt das Management am 3. Juni. Der Vorstand peilt für das Gesamtjahr unverändert ein operatives Ergebnis zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro an.
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