Der österreichische Stahlkonzern hat in dieser Woche gleich mehrere Weichen gestellt. Der Verkauf von Voestalpine BÖHLER Profil an den US-amerikanischen Technologiekonzern Kadant für rund 157 Millionen Euro markiert den Abschluss einer tiefgreifenden Portfoliobereinigung innerhalb der High Performance Metals Division. Parallel dazu tritt die Aktie am 23. März dem ATX five bei — dem Elitekorb der fünf höchstgewichteten Werte im österreichischen Leitindex.
Portfoliobereinigung mit solider Grundlage
Die veräußerte Einheit, Spezialist für Industriemesser-Profile mit Sitz in Niederösterreich, erzielte zuletzt rund 52 Millionen Euro Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von knapp 15,6 Millionen Euro. Mit dem Verkauf — nach dem Abgang von Buderus Edelstahl, Standortkonsolidierungen und Kapazitätsanpassungen bei BÖHLER Bleche — ist die Neuausrichtung der Division im Wesentlichen abgeschlossen. Der Transaktionsabschluss wird noch vor Ende März erwartet.
Trotz der Verkäufe hält Voestalpine an seiner Jahresprognose fest: Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet der Konzern ein EBITDA zwischen 1,40 und 1,55 Milliarden Euro. Die operative Entwicklung stützt diesen Ausblick — in den ersten drei Quartalen stieg das EBITDA um 7,2 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn legte um 46,5 Prozent zu, während die Nettoverschuldung um 27,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro sank.
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ATX five, Dividende und Greentec Steel
Die Indexaufnahme am Sonntag zieht strukturelle Käufe nach sich: Indexnachbildende Fonds sind verpflichtet, die Aktie unabhängig vom aktuellen Kursniveau zu erwerben. Ergänzt wird dies durch eine neue Dividendenpolitik — ab dem laufenden Geschäftsjahr schüttet Voestalpine 30 Prozent des Gewinns aus, mit einer verankerten Mindestdividende von 0,40 Euro je Aktie.
Mittelfristig setzt der Konzern auf sein Greentec-Steel-Programm: 1,5 Milliarden Euro fließen in zwei Elektrolichtbogenöfen, die Anfang 2027 in Betrieb gehen sollen. Zusätzlich entsteht in Linz gemeinsam mit Primetals Technologies und Rio Tinto die weltweit erste industrielle Demonstrationsanlage für wasserstoffbasierte Direktreduktion — mit rund 170 Millionen Euro das größte Klimaschutzforschungsvorhaben Österreichs. Der EU-CO₂-Grenzausgleichsmechanismus CBAM, der seit Jahresbeginn kohlenstoffintensive Stahlimporte belastet, verschafft sauberer produzierenden Herstellern dabei schrittweise einen Wettbewerbsvorteil.
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Kurzfristiger Druck durch Wandelanleihe
Einen Dämpfer setzte Anfang März die Aufstockung bestehender Wandelanleihen um bis zu 35 Millionen Euro auf ein Gesamtvolumen von 285 Millionen Euro. Bezugsrechte für bestehende Aktionäre sind ausgeschlossen, die Platzierung bei institutionellen Investoren läuft in der zweiten Märzhälfte. Solche Transaktionen erzeugen typischerweise kurzfristigen Verkaufsdruck, weil Investoren ihre Positionen über Leerverkäufe absichern — die Aktie notiert aktuell rund elf Prozent unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts.
Mit dem Abschluss der Portfoliobereinigung, dem Indexeintritt am Sonntag und einer stabilen Jahresprognose liegen die wesentlichen Kurzfristkatalysatoren auf dem Tisch. Ob der strukturelle Rückenwind den Verkaufsdruck aus der Wandelanleihe-Platzierung überwiegt, dürfte sich in den verbleibenden Märztagen zeigen.
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