Ein Aktienverkauf und eine Portfoliobereinigung haben dem Linzer Stahlkonzern im ersten Quartal einen kräftigen Ergebnissprung beschert. Wer genauer hinschaut, erkennt allerdings: Ohne den Sondereffekt wäre das Bild deutlich verhaltener ausgefallen. Die Börse reagierte trotzdem euphorisch.
Der Gewinn, der den Aktionären zuzurechnen ist, kletterte auf 194,7 Millionen Euro beziehungsweise 1,10 Euro je Aktie – nach 100,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das EBIT sprang um 78,8 Prozent auf 307 Millionen Euro, das EBITDA stieg um 37 Prozent auf 495 Millionen Euro. Der Umsatz legte moderater zu, um 2,4 Prozent auf 4 Milliarden Euro.
Einmaleffekt als Treiber
Rund 100 Millionen Euro des Ergebnisses stammen aus einem Sondereffekt: dem Verkauf der voestalpine BÖHLER Profil sowie Reorganisationsmaßnahmen in der High Performance Metals Division. Diese Sparte konzentriert sich künftig auf technologisch anspruchsvolle Hochleistungswerkstoffe – die Portfoliobereinigung gilt damit weitgehend als abgeschlossen. Der Free Cashflow von 224 Millionen Euro enthält davon einen Anteil von etwa 150 Millionen Euro.
Operativ zeigte sich ein gemischtes Bild. Railway Systems bleibt der Wachstumsmotor – befeuert vom bislang größten Einzelauftrag der Firmengeschichte über 470 Millionen Euro für die Rail-Baltica-Strecke. Auch die Luftfahrtsparte legte weiter zu. Automotive Components kämpft dagegen weiterhin mit der schwachen Nachfrage der europäischen Autoindustrie, während die Steel Division dort sogar Marktanteile gewinnen konnte.
Parallel dazu treibt der Konzern seine Local-for-local-Strategie voran: Am US-Standort Jeffersonville wurden die Kapazitäten für Lastwagen-Längsträger verdoppelt, in Kanada entsteht mit einem neuen Werk in Thorold eine Basis für die langfristige Belieferung der Canadian National mit Spezialgleis-Komponenten.
Die Bilanz zeigt derweil eine spürbare Entschuldung: Die Nettofinanzverschuldung sank binnen eines Jahres um 28,7 Prozent auf 1 Milliarde Euro, während parallel weiter kräftig in die Umstellung auf Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz investiert wird – ein Aufsichtsratsbeschluss über eine zusätzliche Erweiterungsinvestition von rund 100 Millionen Euro für den Standort Donawitz liegt bereits vor.
An der Wiener Börse zeigte sich die Reaktion deutlich: Die Aktie schloss zeitweise um 4,49 Prozent höher bei 48,42 Euro auf Xetra.
Am Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 ändert sich nichts. Der Vorstand hält an einer EBITDA-Spanne von 1,60 bis 1,85 Milliarden Euro fest und verweist auf anhaltende geopolitische Unsicherheiten, insbesondere im Zusammenhang mit der Eskalation im Mittleren Osten und ihren Effekten auf Energiepreise und Zinsentwicklung. Die kommenden Quartale werden zeigen, wie stark sich die operative Erholung ohne Sondereffekte fortsetzt.
Voestalpine-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Voestalpine-Analyse vom 5. August liefert die Antwort:
Die neusten Voestalpine-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Voestalpine-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Voestalpine: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

