Gestern hat die Wiener Privatbank ihre skeptische Haltung gegenüber Voestalpine abgelegt. Das Analysehaus stufte die Aktie des österreichischen Stahl- und Technologiekonzerns von „Verkaufen“ auf „Halten“ herauf. Parallel dazu schraubten die Experten das Kursziel von 42,10 Euro auf 48,20 Euro nach oben. Damit trauen die Analysten dem Papier weiteren Spielraum zu, nachdem die Aktie am Freitag bei 45,78 Euro ins Wochenende ging.
Die Anhebung des Kursziels spiegelt eine veränderte Risikobewertung wider. Zwar verzeichnete der Titel am Freitag einen Rückgang von 2,1 Prozent, doch mit einem Zuwachs von 21 Prozent seit Jahresanfang zeigt sich der Kursverlauf übergeordnet stabil.
Strategische Projekte im Fokus
Rückenwind erhält der Konzern durch seine langfristige Transformation und gezielte Auslandsinvestitionen. Im Rahmen des Programms greentec steel treibt Voestalpine den Umstieg auf eine emissionsärmere Produktion voran.
Die Inbetriebnahme der neuen Elektrolichtbogenöfen an den Standorten Linz und Donawitz ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Der Aufsichtsrat hatte zudem eine Erweiterungsinvestition von rund 100 Millionen Euro für das Werk in Donawitz freigegeben.
Gleichzeitig baut das Unternehmen seine internationale Präsenz im Infrastrukturbereich aus. Medienberichten zufolge entsteht im kanadischen Thorold eine neue Fertigungsstätte für Weichen- und Schienenkomponenten. Das Werk in der Provinz Ontario soll im Herbst 2027 die Produktion aufnehmen und die Marktstellung in Nordamerika stärken.
Konjunktur dämpft die Gesamtlage
Diese langfristigen Wachstumsinitiativen treffen jedoch auf eine verhaltene Nachfrage der europäischen Industrie. Laut der Wirtschaftsvereinigung Stahl geriet die deutsche Rohstahlproduktion im Sommer spürbar ins Stocken. Im Juli sank der Ausstoß in Deutschland im Vorjahresvergleich um rund zwei Prozent auf knapp 2,7 Millionen Tonnen, was die anhaltenden Belastungen im verarbeitenden Gewerbe unterstreicht.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27, dessen erste Quartalszahlen vor über einem Monat vorgelegt wurden, hält das Management an seiner operativen Zielspanne fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 1,60 Milliarden und 1,85 Milliarden Euro.
Wie sich das Marktumfeld auf das zweite Geschäftsquartal ausgewirkt hat, wird der nächste Zwischenbericht zeigen: Voestalpine plant die Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal 2026/27 für den 11. November 2026.
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