Europas größte Autobauer proben den Aufstand. Volkswagen, Renault und Stellantis stellen sich gemeinsam gegen die EU-Kommission. Sie warnen eindringlich vor neuen Zöllen auf chinesische Elektroautos. Der Kapitalmarkt feiert diesen politischen Schulterschluss.
Für die Wolfsburger steht viel auf dem Spiel. Der Grund: Volkswagen verkauft nicht nur Millionen Autos in China. Der Konzern baut dort auch massiv mit lokalen Partnern. Strafzölle würden dieses eng geknüpfte Netzwerk extrem belasten. Die gemeinsame Branchenallianz gilt daher als zwingender Schritt.
Anleger reagierten am Freitag erleichtert auf die politische Offensive. Die Volkswagen-Aktie kletterte um 2,58 Prozent auf 88,90 Euro. Damit durchbrach das Papier knapp den 50-Tage-Durchschnitt von 88,72 Euro.
Seit Jahresbeginn steht zwar noch ein Minus von gut 16 Prozent auf der Anzeigetafel. Die aktuelle Erholung bietet aber charttechnisch etwas Luft zum Atmen. Der RSI notiert bei neutralen 50 Punkten.
Abseits der Handelspolitik rückt das operative Geschäft in den Fokus. JPMorgan bestätigte kürzlich das Kursziel von 110 Euro mit dem Votum „Neutral“. Die Analysten trauen dem Autobauer eine Überraschung zu. Die operative Marge könnte die Zielspanne von 4,0 bis 5,5 Prozent übertreffen.
Dafür muss das Kerngeschäft strikte Kostendisziplin beweisen. Parallel dazu baut Volkswagen seine Software-Sparte Cariad um. Neue Allianzen mit Rivian und Xpeng sollen die Effizienz spürbar steigern.
Die nächste Bewährungsprobe folgt bereits am 18. Juni. Auf der Hauptversammlung muss das Management seinen Kurs verteidigen. Aktionäre fordern eine klare Strategie, wie Volkswagen die hohen Elektro-Investitionen stemmt und gleichzeitig Marktanteile sichert.
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