Volkswagen ruft wegen fehlerhafter Hochvolt-Batterien weltweit fast 72.700 Elektroautos in die Werkstätten. Die Aktie nimmt die Nachricht gelassen: Sie notierte zuletzt bei 69,44 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Der Rückruf war seit der vergangenen Woche absehbar.

Ladebegrenzung bis zur Prüfung

In Deutschland sind bei drei Rückrufen rund 10.000 Fahrzeuge betroffen. Es geht vor allem um ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz sowie den Cupra Born. Die VW-Modelle stammen aus den Baujahren 2022 bis 2025, der Born aus 2022 bis 2024.

Interne Qualitätsprüfungen hatten ergeben, dass einzelne Batteriezellen den Anforderungen nicht genügen. Der Konzern führt das auf Produktionsfehler bei Zulieferern zurück. In seltenen Fällen kann es zu erhöhter thermischer Belastung kommen, im Extremfall zu einem Brand. Schäden an Sachen oder Personen sind laut Kraftfahrt-Bundesamt bislang nicht bekannt.

Halter sollen ihre Autos bis zur Prüfung nur bis 80 Prozent laden. Wo möglich, begrenzt das Fahrzeugsystem die Kapazität selbst. Die Betroffenen werden per Brief informiert. Ein Austausch der Batteriemodule ist nicht zwingend nötig, möglicherweise genügt ein Softwareupdate.

Rückrufe häufen sich

Für Volkswagen ist es nicht die erste Aktion dieser Art. Im März riefen VW und Cupra bereits mehr als 90.000 Autos wegen Batterieproblemen zurück. Ende September folgte ein Rückruf von gut fünf Millionen Fahrzeugen wegen einer korrosionsanfälligen Lenkungsschraube.

Der Börse scheint das Thema derzeit weniger Sorgen zu bereiten als die Lage in China. Dort lief der erste gemeinsame Wagen mit Xpeng, der ID. UNYX 08, deutlich unter Plan. Der Absatz lag im Schnitt bei 267 Fahrzeugen im Monat, angepeilt waren zunächst über 3.600. Der Marktanteil des Konzerns in China ist seit 2019 von rund 20 auf 10 Prozent gefallen.

Dennoch setzt Wolfsburg auch für die Limousine UNYX 09 ehrgeizige Ziele. Sie soll noch im Oktober in den Handel kommen. Intern ist von knapp 4.900 Verkäufen pro Monat die Rede. Ob die Kunden das Modell annehmen, zeigen erst die Zulassungszahlen der kommenden Monate. Die weiteren Abhilfemaßnahmen für die Batterie-Rückrufe will VW den Haltern schriftlich mitteilen.