Ein Gewinneinbruch von fast 30 Prozent zwingt Volkswagen zu drastischen Schritten. Das Management bereitet einen massiven Umbau vor, der Zehntausende Stellen und ganze Standorte betrifft. Sogar die Produktion von Rüstungsgütern in einem bisherigen Autowerk steht im Raum.
US-Zölle fressen die Marge auf
Im ersten Quartal 2026 schrumpfte der Nettogewinn auf 1,56 Milliarden Euro. Die operative Marge rutschte auf magere 3,3 Prozent ab. Ein Hauptgrund für diese Misere liegt in Nordamerika.
Neue US-Zölle verursachten allein in den ersten drei Monaten Kosten von 600 Millionen Euro. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet erwartet der Vorstand eine milliardenschwere Belastung durch diese Handelshemmnisse. Hinzu kamen Abschreibungen für den Produktionsstopp des Elektromodells ID.4 in den USA sowie ein schwaches China-Geschäft.
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Kapazitätsabbau und neue Wege
Angesichts dieser Zahlen verschärft der Konzern seinen Sparkurs erheblich. Weltweit sollen die Produktionskapazitäten um rund eine Million Fahrzeuge sinken. In Deutschland plant das Management bis zum Jahr 2030 den Abbau von 50.000 Stellen.
Besonders hart trifft es den Standort Osnabrück. Dort soll die Fahrzeugproduktion laut Unternehmensangaben komplett enden. Stattdessen verhandelt Volkswagen mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael über eine mögliche Fertigung von Verteidigungskomponenten. Parallel dazu erwägt der Autobauer, in China entwickelte Modelle künftig in deutschen Werken zu bauen, um Entwicklungszeiten zu verkürzen.
Cashflow stützt die Aktie
An der Börse zeigten sich Anleger am Donnerstag wenig überrascht. Die Vorzugsaktie schloss bei 86,40 Euro und pendelt damit weiterhin nah an ihrem 52-Wochen-Tief von 85,34 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits gut 18 Prozent seines Wertes verloren.
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Schlimmeres verhinderte der operative Geldfluss. Der Netto-Cashflow im Automobilbereich überraschte positiv und lag bei knapp zwei Milliarden Euro. Analyst Patrick Hummel von der UBS betonte, dass dieser solide Zufluss die schwachen operativen Margen vorerst kompensiere. Er belässt sein Kursziel bei 90 Euro.
Die Einschätzungen weiterer Experten variieren je nach Fokus:
* Goldman Sachs: Kursziel 97 Euro. Die Bank kritisiert Sonderbelastungen und Schwächen im Lkw-Geschäft.
* JPMorgan: Kursziel 110 Euro. Die Analysten loben die Cashflow-Entwicklung im schwierigen Umfeld.
Im Durchschnitt trauen Analysten dem Papier mittelfristig einen Anstieg auf rund 116 Euro zu. Voraussetzung für dieses Aufwärtspotenzial ist eine strikte Umsetzung der geplanten Effizienzgewinne. Die Verhandlungen über das Werk in Osnabrück bilden einen ersten konkreten Gradmesser dafür, wie konsequent der Vorstand den angekündigten Kapazitätsabbau durchsetzt.
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