Führungswechsel, neue Modelle, ein Energiespeicher in Salzgitter — bei Volkswagen laufen derzeit viele Baustellen gleichzeitig. Der Konzern zeigt, dass der Umbau ernst gemeint ist. Die Frage ist, ob die Maßnahmen schnell genug greifen.
Audi setzt auf den chinesischen Elektromarkt
Ab dem 1. April übernimmt Jörg Menges die Führung der Audi FAW NEV Company, des chinesischen Elektroauto-Joint-Ventures zwischen Audi und FAW. Der Wechsel fällt nicht zufällig mit einem weiteren Schritt der Produktoffensive zusammen: Audi hat die Vorverkäufe für den A6L e-tron gestartet, eine China-spezifische Langversion des A6 e-tron. Die Preise liegen zwischen 313.000 und 443.000 Yuan.
Das Fahrzeug wird im eigens errichteten Werk in Changchun produziert, das für bis zu 150.000 Einheiten jährlich ausgelegt ist. Es ist das zweite Modell auf Basis der Premium Platform Electric, das dort vom Band läuft.
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Parallel dazu hat Volkswagen mit der FAW Group eine Kooperationsvereinbarung für das Joint-Venture FAW-Volkswagen unterzeichnet. Ab 2026 sollen insgesamt elf neue Modelle unter den Marken Volkswagen und Jetta erscheinen — darunter sechs rein elektrische Fahrzeuge. Zehn der elf Modelle fahren mit alternativem Antrieb. Zwei Elektromodelle und zwei Plug-in-Hybride setzen auf die Compact Main Platform, die Entwicklungszeiten um 30 Prozent und Kosten um rund 40 Prozent gegenüber herkömmlichen Plattformen senken soll.
Struktureller Umbau mit konkreten Zielen
Der chinesische Markt bleibt trotz der Offensive eine Belastung. Die Verkaufszahlen sind rückläufig, und chinesische Hersteller setzen Volkswagen sowohl lokal als auch zunehmend in Europa unter Druck. Der Konzern hat intern 2027 als angestrebten Wendepunkt für seine chinesischen Joint-Ventures definiert — ob dieser hält, hängt maßgeblich davon ab, wie die neuen Modelle am Markt ankommen.
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Auf Konzernebene spiegelt sich der Druck in den Zahlen wider: Der Nettogewinn sank 2025 von 12,4 auf 6,9 Milliarden Euro. Für 2026 peilt Volkswagen eine operative Marge zwischen 4,0 und 5,5 Prozent an — nach nur 2,8 Prozent im Vorjahr. Begleitet wird das von einer Verschlankung der Führungsstrukturen: Die Vorstände der vier Volumenmarken werden auf je vier Mitglieder reduziert, die Gesamtzahl der Vorstandsposten soll bis Sommer 2026 um rund ein Drittel sinken.
Energiespeicher als neues Standbein
Abseits des Autogeschäfts hat die Energietochter Elli im März 2026 in Salzgitter einen ersten Großspeicher ans Stromnetz angeschlossen — 20 Megawatt Leistung, 40 Megawattstunden Kapazität. Gebaut wurde er mit konzerninterner Technologie: Die sogenannten Unified Cells stammen aus der PowerCo-Produktion in Salzgitter und sind in stationäre Batteriesysteme integriert. Weitere Projekte sind laut Konzern bereits in Planung.
Die VW-Aktie notiert aktuell bei 88,18 Euro und damit fast 17 Prozent unter dem Stand vom Jahresbeginn. Ob die laufenden Initiativen den Kurs mittelfristig stabilisieren können, wird sich spätestens zeigen, wenn die neuen China-Modelle in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt treffen und erste Absatzzahlen vorliegen.
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