Der chinesische Automarkt ist für Volkswagen seit Jahren ein Fundament des Geschäftsmodells. Dieses Fundament zeigt immer größere Risse — und der Wolfsburger Konzern rechnet offen damit, dass eine Erholung in diesem Jahr ausbleibt.
Verkäufe brechen deutlich ein
Die Zahlen sprechen für sich. Im Mai wurden in China rund 1,5 Millionen Fahrzeuge verkauft, gut 22 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Kumuliert über Januar bis Mai liegen die Verkäufe wertmäßig fast 20 Prozent hinter dem Vorjahr. Als Treiber gelten der Rückgang staatlicher Kaufanreize, gestiegene Kraftstoffpreise infolge des Iran-Konflikts sowie eine anhaltend schwache Konsumstimmung. Die Immobilienkrise drückt Vermögen und Vertrauen vieler chinesischer Haushalte — ein Auto lässt sich leichter verschieben als andere Ausgaben.
Klassische Verbrenner traf der Einbruch im Mai besonders hart: Ihr Absatz sank um 39 Prozent. Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb hielten sich deutlich besser und kommen inzwischen auf mehr als 60 Prozent Marktanteil — ein struktureller Wandel, der deutschen Herstellern zusätzlich zu schaffen macht, weil chinesische Konkurrenten dieses Segment dominieren.
VW passt Pläne an
Volkswagen erwartet, dass der chinesische Gesamtmarkt für Neufahrzeuge 2026 unter die Marke von 21 Millionen Einheiten fällt. Der Konzern hat intern bereits reagiert und will seine Kapazitäten entsprechend anpassen. Gleichzeitig hält man an der Strategie fest: Die Modelloffensive im Bereich Elektro- und Hybridfahrzeuge soll VW besser für den veränderten Markt aufstellen, wie es aus Peking hieß.
Ob das reicht, ist offen. Chinesische Hersteller bauen ihren Heimatmarktdruck teilweise über stark gestiegene Exporte ab — Pkw-Ausfuhren legten im Mai um rund 75 Prozent zu. Das verschärft den Wettbewerb auch in den Auslandsmärkten, auf die VW seinerseits angewiesen ist.
Der nächste Indikator für den Fortgang der Marktentwicklung werden die chinesischen Verkaufsdaten für Juni sein, die Anfang Juli veröffentlicht werden. Bis dahin bleibt der Druck auf die Wolfsburger China-Sparte hoch.
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