Volkswagen-Anleger dürfen am Freitag kurz durchatmen. Die Vorzugsaktie legte um 2,60 Prozent zu und schloss bei 75,00 Euro. Der Sprung kommt nur wenige Tage nach einem Zehnjahrestief. Auf Wochensicht steht damit ein moderates Plus von 0,81 Prozent.
Der Absturz davor
Am 30. Juni fiel die Aktie auf 70,40 Euro. Das war der tiefste Stand seit zehn Jahren. Nur einen Tag später ging es noch weiter runter: Bei 69,20 Euro markierte das Papier am 1. Juli ein neues 52-Wochen-Tief.
Der Bruch einer wichtigen Unterstützung bei 83 Euro hatte die Abwärtsbewegung zuvor beschleunigt. Chartbeobachter sahen die Bären klar am Ruder. Die Freitagserholung ändert daran wenig: Auf Monatssicht liegt der Kurs immer noch 15,96 Prozent unter dem Niveau von vor 30 Tagen. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 29,31 Prozent.
E-Auto-Nachfrage als Lichtblick
Im operativen Geschäft gibt es immerhin eine gute Nachricht. Der Absatz reiner Elektroautos ist in Deutschland im ersten Halbjahr deutlich gestiegen. Die staatliche Elektroprämie dürfte dabei der wichtigste Treiber gewesen sein.
Für Volkswagen als größten europäischen Autobauer kann dieser Inlandsschub ein Gegengewicht bilden. Andere Märkte bereiten dem Konzern weiterhin Probleme.
Was die Charttechnik zeigt
Mit 75,00 Euro liegt die Aktie nur noch 8,38 Prozent über ihrem frischen Jahrestief. Zum 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro aus dem Dezember 2025 fehlen dagegen rund 31 Prozent. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Minus von 17,80 Prozent zu Buche.
Auch die gleitenden Durchschnitte zeigen anhaltenden Druck. Der Kurs notiert 12,22 Prozent unter dem 50-Tage-Schnitt von 85,44 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 94,22 Euro beträgt der Abstand 20,40 Prozent.
Ein Silberstreif findet sich im Relative-Stärke-Index. Der Wert liegt bei 35,8 und deutet keine akute Überverkauft-Situation mehr an. Wenige Tage zuvor hatte sich die Aktie diesem Bereich noch stark angenähert.
Die annualisierte Volatilität von 31,65 Prozent bleibt hoch. Anleger müssen weiterhin mit deutlichen Kursausschlägen rechnen. Ob aus der Freitagserholung eine echte Trendwende wird, hängt von den nächsten Handelstagen ab: Nur schnelle Anschlusskäufe könnten die Abwärtsbewegung der vergangenen Wochen stoppen.
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