Volkswagen drosselt die Produktion in Osnabrück — und der Betriebsrat spricht bereits von einer sich zuspitzenden Lage. Die Nachricht trifft einen Standort, dessen Zukunft nach 2027 ohnehin ungewiss ist.

Vier-Tage-Woche ab Herbst

Konkret verlängert VW den Werksurlaub im August um eine Woche. Danach soll nur noch an vier Tagen pro Woche produziert werden. Als Begründung verweist das Unternehmen auf die saisonale Nachfrageschwäche bei Cabriolets: Das T-Roc Cabrio, das einzige noch in Osnabrück gefertigte Modell, werde vor allem im Frühjahr und Sommer bestellt — in der zweiten Jahreshälfte gehe die Nachfrage typischerweise zurück.

Der Betriebsrat sieht das anders. Die ursprüngliche Planung, wonach das Produktionsvolumen bis September 2027 reicht, sei hinfällig. „Die Arbeit geht absehbar zur Neige“, so ein Sprecher des Konzernbetriebsrats. Rund 2.000 Beschäftigte sind am Standort betroffen.

Rüstung als Ausweg?

Die Pkw-Fertigung in Osnabrück läuft ohnehin ab 2027 aus. Die Porsche-Modelle wurden dort bereits Ende 2025 eingestellt, das T-Roc Cabrio folgt. VW verhandelt derzeit mit Rüstungsunternehmen über eine Nachnutzung des Geländes. Eine Entscheidung soll bis Ende 2026 fallen.

Dividendenkritik vor der Hauptversammlung

Parallel gerät VW auch auf der Aktionärsseite unter Beschuss. BUND und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre kritisieren die zur Hauptversammlung am Donnerstag vorgeschlagene Dividende als zu hoch. VW schlägt 5,26 Euro je Vorzugsaktie vor — ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, der aber deutlich geringer ausfällt als der Gewinneinbruch von 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro im Jahr 2025. In Summe würden rund 2,6 Milliarden Euro ausgeschüttet, Geld das die Verbände lieber in die europäische E-Auto-Produktion investiert sähen.

Die Abstimmung über die Dividende findet auf der virtuellen Hauptversammlung statt — das Ergebnis wird zeigen, ob sich die Kritik der Verbände im Stimmverhalten niederschlägt.