Für Volkswagen bricht eine wegweisende Phase an: Nach tiefgreifenden Weichenstellungen in den vergangenen Wochen rücken für den Konzern im Oktober entscheidende Verhandlungen und Termine näher. Am Markt notiert die Aktie heute bei 68,66 Euro und legt damit um 1,6 Prozent zu. Auf Jahressicht wiegt die Belastung allerdings schwer: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 34 Prozent.

Tarifverhandlungen und Europa-Dialog im Oktober

Der laufende Monat bringt für das Management anspruchsvolle Termine im operativen Umfeld mit sich. Nach der fristgerechten Kündigung verschiedener Tarifverträge mit der IG Metall zum 31. Dezember 2026 stehen für die zweite Oktoberhälfte weitere Gespräche an. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit anhaltendem Kostendruck und Anpassungsbedarf.

Zugleich sucht der Automobilhersteller den Dialog über die industrielle Zukunft des Heimatmarkts. Für den 11. Oktober kündigte Volkswagen eine Diskussionsveranstaltung im Vorfeld der Pariser Automesse an. Auf diesem Forum will der Konzern sein Engagement für Europas Wettbewerbsfähigkeit bekräftigen.

Operative Herausforderungen und Batterie-Partnerschaft

Neben den anstehenden Arbeitsgesprächen wirken operative Belastungen nach. Vor rund zwei Wochen erfasste eine Rückrufaktion des Kraftfahrt-Bundesamts unter der Referenznummer 17016R weltweit 2.159.054 Fahrzeuge des Herstellers. Grund ist eine möglicherweise korrodierende Schraube am Lenkgetriebe, von der in Deutschland 895.832 Modelle der Reihen Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy betroffen sind.

Gleichzeitig ordnet der Konzern seine Batterieaktivitäten neu. Im Rahmen der vertieften strategischen Partnerschaft mit Gotion soll der Partner 49 Prozent am Werk der Konzerntochter PowerCo im spanischen Valencia übernehmen. PowerCo bleibt dabei Mehrheitsgesellschafter des Standorts.

Neunmonatszahlen und Analysteneinschätzung

Fundamentale Klarheit über den Geschäftsverlauf im laufenden Jahr erwarten Marktteilnehmer zum Monatsende. Für den 29. Oktober hat Volkswagen die Vorlage des Berichts zu den ersten neun Monaten 2026 angekündigt.

Auf Analystenseite wurde der Bewertungsrahmen zuletzt angepasst. Deutsche Bank Research senkte am 29. September das Kursziel für Volkswagen von 115 auf 105 Euro, beließ die Einstufung für die Aktie jedoch auf „Buy“.