Die Papiere von Volkswagen geraten heute spürbar unter Druck. Die Aktie verliert 3,3 % auf 67,32 € und notiert damit nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 67,02 €. Ein einzelner unternehmensspezifischer Auslöser lag für die Kursverluste nicht vor. Vielmehr geriet der Titel im Sog eines schwachen Gesamtmarkts und anhaltender Branchensorgen ins Rutschen, während steigende Ölpreise und hohe Anleiherenditen die europäischen Börsen belasten.

Trübe Branchenstimmung belastet Autobauer

Die europäischen Autowerte stehen vor anhaltenden Herausforderungen. Auch Hoffnungen auf mögliche zeitlich befristete EU-Einfuhrbeschränkungen für in China produzierte Hybridfahrzeuge konnten den Abwärtstrend im Sektor nicht stoppen, wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet hatte.

Hinzu kommt die eingetrübte Verfassung der heimischen Industrie. Das Ifo-Institut meldete am Montag einen drastischen Einbruch des Geschäftsklimas in der deutschen Automobilbranche. Der entsprechende Indikator sackte im September um 13 Punkte auf minus 35 ab. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen an Exporte und Beschäftigung verschlechterten sich spürbar.

Tarifkonflikt und millionenfache Rückrufe

Neben dem Marktumfeld sieht sich Volkswagen mit internen Belastungen konfrontiert. Das Unternehmen kündigte am 1. Oktober mehrere Tarifverträge zum Jahresende und begründete diesen Schritt mit wachsendem Kostendruck sowie der verschärften Konkurrenz aus China.

Die Beschäftigungssicherung im Zukunftstarifvertrag bleibt davon unberührt. Die Gewerkschaft IG Metall kündigte Gegenwehr an und wies zugleich Pläne für einen Stellenabbau bei der konzerneigenen Softwaretochter Cariad zurück.

Parallel dazu belasten technische Probleme das operative Geschäft. Volkswagen und die Konzerntochter Audi ordneten am 25. September Rückrufe wegen möglicher Korrosion an einer Lenkungsverschraubung für fast 2,16 Millionen VW-Fahrzeuge an. Wenige Tage später folgte die Konzerntochter Škoda mit einem weiteren weltweiten Rückruf in Millionenhöhe aus demselben Grund.

Wichtige Termine im Oktober

In den kommenden Wochen stehen für die Wolfsburger wichtige Termine an, bei denen das Management um Vertrauen werben will. Am 12. Oktober veranstaltet die Gruppe ein Investorentreffen in Paris, zeitgleich mit der Vorstellung von Modellneuheiten auf der Paris Motor Show.

Tags darauf, am 13. Oktober, folgt ein virtueller Austausch vor der Veröffentlichung der anstehenden Quartalszahlen. Detaillierten Einblick in die finanzielle Verfassung gibt der Konzern schließlich am 29. Oktober mit der Vorlage des Zwischenberichts für die ersten neun Monate.