Starke Marge, kräftiger Gewinnsprung, trotzdem Abgaben: Die Börse honoriert die Drittquartalszahlen von Volvo nicht. Der schwedische Lkw-Hersteller verdiente unter dem Strich 42 Prozent mehr, die B-Aktie gab am Freitag zeitweise nach. Im Vormittagshandel lag das Minus bei 1,1 Prozent auf 307,70 Kronen, später wurde zeitweise ein Abschlag von fast vier Prozent gemeldet.

Marge top, Umsatz zu schwach

Der Konzernumsatz stieg um 8 Prozent auf 119,5 Milliarden Kronen. Die bereinigte operative Marge legte von 10,6 auf 12,3 Prozent zu und fiel damit etwas besser aus als im Schnitt erwartet. Der Umsatz blieb dagegen hinter den Prognosen zurück.

Der Nettogewinn kletterte auf 10,8 Milliarden Kronen. Vom Aufschwung auf dem US-Markt profitierte das Unternehmen spürbar.

Goldman-Sachs-Analystin Daniela Costa und RBC-Experte Nick Housden sahen die Erlöse unter der Markterwartung. Housden kritisierte zudem den Auftragseingang als zu schwach und blickte trotz der guten Marge negativ auf das Zahlenwerk.

Qualität des Ergebnisses

Jefferies-Analyst Michael Aspinall stufte das operative Ergebnis zwar als besser als erwartet ein. Es habe jedoch von geringeren Forschungs- und Entwicklungskosten sowie einer Zollrückzahlung profitiert. Marktbeobachter dürften das als Hinweis werten, dass ein Teil der Margenstärke nicht dauerhaft sein könnte.

Operativ lief es dennoch rund. Die Bestellungen zogen um gut ein Viertel auf 46.918 Lkw an, getragen von Europa und Nordamerika. Ausgeliefert hat Volvo 49.611 Fahrzeuge, 11 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Aufschwung für 2027 in Sicht

Für das kommende Jahr rechnet der Konzern in seinen beiden Kernregionen mit anziehender Nachfrage. In Nordamerika soll der Markt für schwere Lkw von 265.000 auf rund 300.000 Fahrzeuge wachsen. Für Europa erwartet Volvo 320.000 Einheiten, 5.000 mehr als in diesem Jahr.

Diese Aussichten entsprechen laut Jefferies den Erwartungen. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einem voraussichtlich starken Jahr 2027. Die Zahlen liefern damit eine solide Basis, doch der Umsatz und der Auftragseingang müssen in den kommenden Quartalen die Skeptiker überzeugen, damit die Marge allein nicht mehr den Kurs tragen muss.