Vonovia rutscht wieder in die Nähe des Jahrestiefs. Zur Zinslast kommt neuer politischer Gegenwind aus Berlin, wo SPD und Grüne den Weg für Koalitionsgespräche mit der Linkspartei freigemacht haben. Im Raum steht die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände.
Politik trifft auf Zinsdruck
Im Tagesverlauf gaben die Papiere zeitweise 2,63 Prozent auf 16,135 Euro nach. Damit lagen sie unter dem jüngsten Jahrestief von 16,185 Euro. Zusätzlich belasteten steigende Marktzinsen den gesamten Immobiliensektor.
Das Sondierungspapier von Rot-Grün-Rot sieht laut Berichten die Vergesellschaftung von Wohnungskonzernen mit mehr als 10.000 Wohnungen vor. Vonovia samt Tochter Deutsche Wohnen wäre davon besonders betroffen. Das Papier gilt bereits als Zugeständnis, weil der Volksentscheid weiter gegangen war.
Ob die Koalition zustande kommt, ist offen. Die Linke berät am Dienstag erneut über den Umgang mit der Abgeordneten Vanessa Emde und das Thema Antisemitismus. Für SPD und Grüne ist das ein wichtiger Störfaktor. Vonovia selbst gibt sich trotz des Papiers siegessicher.
Morgan Stanley bremst den Sektor
Zusätzlichen Druck lieferte eine skeptische Einstufung von Morgan Stanley. Die US-Bank senkte außerdem ihr Votum für LEG Immobilien auf „Underweight“. LEG verlor zeitweise 1,61 Prozent auf 45,28 Euro.
Ein Gegenbeispiel liefert TAG Immobilien. Goldman Sachs empfiehlt die Aktie zum Kauf, sie legte zeitweise 1,45 Prozent auf 10,49 Euro zu. Analyst Jonathan Kownator verweist auf den Wachstumsmotor Polen und eine branchenführende Gewinndynamik. Er lobt zudem Rendite, geringe Leerstände und eine solide Bilanz. TAG ist weniger stark im Berliner Markt exponiert, was die Abkopplung erklären dürfte.
Analystenbild bleibt freundlich
Der Kontrast zum Kurs ist auffällig. Die Kursziele der Analysten reichen von 20 bis 34 Euro und liegen damit klar über dem aktuellen Niveau. Die Dividende für 2026 lag bei 1,25 Euro je Aktie.
Zunächst richtet sich der Blick auf die Berliner Koalitionsverhandlungen. Fällt die Vergesellschaftung aus dem Papier, könnte der politische Abschlag schrumpfen. Hält sie, steht die Marke von 16,185 Euro erneut auf dem Prüfstand.
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