Vulcan Energy baut in Landau die nächste Etappe seines Lionheart-Projekts. Der Aktienkurs erzählt derweil eine andere Geschichte. Während am Standort Beton fließt, fließt an der Börse Kapital ab.

Das Unternehmen hat mit dem Hochbau seines 30-Megawatt-Geothermiekraftwerks begonnen. Die vorbereitenden Erdarbeiten sind abgeschlossen. Jetzt folgt die nächste Phase.

Fundamente für ein Kraftwerk mit doppelter Funktion

Auf dem rund zehn Hektar großen Gelände im Industriepark Messegelände Südost entstehen aktuell die Fundamente und Betonstrukturen für die Kraftwerksgebäude und die schwere Prozesstechnik. Parallel baut Vulcan die Straßeninfrastruktur für den kommerziellen Standort aus.

Die Anlage in Landau bildet das Herzstück des integrierten Lionheart-Projekts. Sie soll erneuerbare geothermische Grundlastenergie liefern und zugleich die Wärme für die Lithium-Gewinnung bereitstellen. Nach Unternehmensangaben zielt das Gesamtprojekt auf eine Jahresproduktion von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat — genug für etwa 500.000 Elektroauto-Batterien pro Jahr.

CEO Cris Moreno erklärte, das Projekt liege im Zeit- und Budgetrahmen. Die eigene Grundlast aus Strom und Wärme soll Vulcan von schwankenden Energiepreisen unabhängig machen. Das Ziel: eine kostengünstige Lithium-Produktion in Europa.

Als Nächstes folgen der Gebäudebau und die Anlieferung der Spezialtechnik zur Montage. Die Bohrungen für neue Geothermie-Bohrlöcher laufen weiter. Eine zweite Bohrstelle soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Betrieb gehen.

Der Kurs bleibt unter Druck

Trotz des operativen Fortschritts steht die Aktie unter erheblichem Verkaufsdruck. Am Dienstag markierte das Papier bei 1,55 Euro ein neues 52-Wochen-Tief, bevor es sich leicht auf 1,60 Euro erholte. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit 37,3 Prozent an Wert verloren.

Der Relative-Stärke-Index von 30,3 signalisiert eine Aktie kurz vor der überverkauften Zone. Zum Vergleich: Im Oktober 2025 notierte das Papier noch bei 3,98 Euro — mittlerweile liegt der Kurs fast 60 Prozent darunter. Der anhaltende Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 2,54 Euro zeigt, wie stark die negative Dynamik bei europäischen Lithium-Explorern derzeit wirkt.

Finanzierung steht, Produktion soll 2028 starten

Vulcan hält am Ziel fest, 2028 die kommerzielle Lithium-Produktion aufzunehmen. Ein Finanzierungspaket über 2,2 Milliarden Euro ist bereits gesichert. Hinzu kommen verbindliche Abnahmeverträge mit Volkswagen, Stellantis, Renault und LG Energy Solution.

Parallel zur Bauphase in Landau treibt Vulcan den Bau der nachgelagerten Central Lithium Plant in Frankfurt voran. Dort soll künftig Lithiumchlorid zu batteriefähigem Lithiumhydroxid weiterverarbeitet werden. Der nächste Quartalsbericht mit Details zu Cashflow und operativen Meilensteinen ist für den 30. Juli 2026 angekündigt.