Vulcan Energy hat die Finanzierung seines Milliardenprojekts gesichert — und verliert trotzdem weiter an Boden. Die Aktie fiel heute um drei Prozent auf 1,88 Euro. Das Jahrestief von 1,77 Euro liegt nur noch knapp darunter.
Pilotanlage geht nach Bolivien
Am 23. Juni bestätigte Vulcan den Verkauf seiner A-DLE-Pilotanlage an EAU Lithium, eine Tochter des australischen Unternehmens Cosmos Exploration. Der Kaufpreis beträgt eine Million Euro. Eine erste Zahlung von 125.000 Euro ist bereits geflossen, der Rest folgt später.
EAU Lithium will die Anlage nutzen, um bolivianische Lithiumsolen zu verarbeiten. Die Hardware bleibt vorerst in Deutschland, wo erste Tests mit südamerikanischen Solen laufen. Für Vulcan bedeutet der Deal: weniger Ballast, mehr Fokus auf das Kerngeschäft in Europa.
Lionheart: Bau läuft, Risiken auch
Der eigentliche Treiber der aktuellen Stimmung ist das Großprojekt „Lionheart“ im Oberrheintal. Nach dem Abschluss eines 2,2-Milliarden-Euro-Finanzierungspakets Ende Mai läuft der Bau an den Standorten Landau und am Höchst Industriepark in Frankfurt. Ziel ist eine Jahreskapazität von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid — genug für rund 500.000 Elektrofahrzeugbatterien.
Der Übergang von der Finanzierungs- zur Bauphase ist für Anleger kein Grund zur Erleichterung. Im Gegenteil. Genau jetzt beginnt die schwierigste Phase: Zeitplan, Kosten, Lieferketten — alles muss halten.
Technisches Bild bleibt belastet
Die Aktie notiert rund 28 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und mehr als 50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro aus dem Oktober 2025. Der RSI liegt bei 35,6 — nah an der Überverkauft-Zone, aber ohne Trendwende-Signal.
Lithiumkarbonat-Futures an der Guangzhou Futures Exchange legten zuletzt um 3,1 Prozent zu. Vulcans Kurs folgte dieser Erholung nicht. Solange die Baufortschritte in Landau und Frankfurt keine konkreten Meilensteine liefern, dürfte der Druck auf die Aktie bestehen bleiben.
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