Vulcan Energy Resources hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Der Lithium- und Geothermie-Konzern hat am Mittwoch bestätigt, dass die Bedingungen für den ersten strategischen Abruf seines Finanzierungspakets erfüllt sind. Das Paket hat ein Volumen von 2,2 Milliarden Euro. Trotzdem bleibt die Aktie unter Druck.

Der Zufluss der ersten Eigenkapitalmittel von strategischen Partnern markiert den Übergang von der Planungsphase zum aktiven Bau. Betroffen ist das Lionheart-Projekt im Oberrheingraben, das Lithium fördern und gleichzeitig Geothermie-Energie erzeugen soll.

Bauzeitplan nimmt Fahrt auf

Der Mittelabruf folgt auf den finanziellen Abschluss des Projekts Ende Mai 2026. Nach Angaben des Unternehmens fließen die ersten Gelder planmäßig in den Bauzeitplan. CEO Cris Moreno bezeichnete den Meilenstein als Bestätigung der Umsetzungsstrategie und der Rolle des Projekts in der europäischen Batterie-Lieferkette.

Lionheart soll jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat produzieren. Das reicht rechnerisch für rund 500.000 Elektrofahrzeug-Batterien pro Jahr. Zusätzlich soll die Anlage über eine geplante Laufzeit von 30 Jahren jährlich 275 Gigawattstunden erneuerbaren Strom und 560 Gigawattstunden erneuerbare Wärme liefern.

Deutschlandfonds steigt mit ein

Der Fortschritt bei der Finanzierung fällt zusammen mit den ersten Investitionen des deutschen „Deutschlandfonds“. Der mit 30 Milliarden Euro ausgestattete öffentliche Fonds wird über die KfW Capital verwaltet und hat kürzlich 200 Millionen Euro für Rohstoffprojekte freigegeben. Davon fließen 150 Millionen Euro als Eigenkapital direkt in die Lithium-Sparte von Vulcan Energy.

Die staatliche Unterstützung ist Teil einer größeren Initiative. Deutschland will sich kritische Mineralien für die Industrie sichern. Das Unternehmen trägt dabei weiterhin Ausführungsrisiken – die Kombination aus Geothermie-Technologie und Lithium-Extraktion im großen Maßstab ist technisch anspruchsvoll.

Kurs spiegelt operative Fortschritte nicht wider

Trotz des bestätigten Kapitalzuflusses kämpft die Vulcan-Aktie seit Monaten mit Gegenwind. Am Mittwoch schloss das Papier bei 1,76 Euro, ein Minus von 2,49 Prozent auf Wochensicht und 16,75 Prozent auf Monatssicht.

Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 32,38 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro aus dem Oktober 2025 klafft eine Lücke von 55,68 Prozent. Immerhin: Vom 52-Wochen-Tief bei 1,65 Euro, erst am 13. Juli erreicht, hat sich der Kurs um 6,71 Prozent erholt.

Zum 200-Tage-Durchschnitt von 2,58 Euro bleibt der Abstand mit 31,60 Prozent deutlich. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 837,70 Millionen Euro. Der RSI von 38,8 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain, während die annualisierte Volatilität von knapp 50 Prozent auf anhaltend nervöse Handelstage hindeutet.

Die Finanzierungsfrage für Lionheart ist geklärt, staatliche Partner stehen bereit. Ob sich das am Kapitalmarkt niederschlägt, hängt nun am tatsächlichen Baufortschritt – und daran, ob die Lithiumbranche insgesamt aus ihrer Flaute findet.