Vulcan Energy Aktie: Baustart in Deutschland

Mit einer 2,2-Milliarden-Euro-Finanzierung beginnt Vulcan Energy in Deutschland den Bau einer integrierten Geothermie- und Lithiumproduktionsanlage. Die kommerzielle Produktion ist für 2028 geplant.

Vulcan Energy Aktie
Kurz & knapp:
  • 2,2 Milliarden Euro Finanzierung für Bauphase gesichert
  • Langfristige Abnahmeverträge mit Stellantis und Glencore
  • Bohrtests übertreffen geplante Durchflussraten deutlich
  • Kommerzielle Lithiumproduktion ab 2028 vorgesehen

Vulcan Energy verlässt die Planungsphase und geht bei seinem Lithium-Projekt in Deutschland in die Umsetzung. Mit 2,2 Milliarden Euro Finanzierung und bindenden Abnahmeverträgen im Rücken startet der australische Rohstoffkonzern nun die wohl entscheidende Phase seiner Unternehmensgeschichte: den Bau der ersten integrierten Geothermie- und Lithiumanlage Europas.

Finanzierung steht, Bagger rollen

Im Dezember 2025 sicherte sich Vulcan Energy ein Finanzierungspaket über 2,2 Milliarden Euro. Hinter dem Deal stehen 13 Finanzinstitute, darunter die Europäische Investitionsbank, fünf Exportkreditagenturen und sieben Geschäftsbanken. Hinzu kommen nicht-verwässernde Zuschüsse in Höhe von 204 Millionen Euro – 100 Millionen für Geothermie-Infrastruktur, 104 Millionen für die Lithiumproduktion.

Ende Dezember verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von 523 Millionen Euro. Allein im vierten Quartal flossen mehr als 508 Millionen Euro aus Finanzierungsaktivitäten zu.

Der Bau am Hauptstandort Landau hat offiziell begonnen. Parallel dazu unterzeichnete Vulcan einen Mietvertrag für das zentrale Lithiumwerk im Industriepark Höchst in Frankfurt. Auf einer Fläche von rund 77.500 Quadratmetern soll dort ab dem ersten Quartal 2026 die Anlage zur Herstellung von Lithiumhydroxid-Monohydrat entstehen.

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Bohrtests übertreffen Erwartungen

Die technischen Daten aus dem Lionheart-Projekt liefern erste positive Signale. Testergebnisse der Bohrung LSC-1b zeigten einen Produktivitätsindex zwischen 2,1 und 2,5 Litern pro Sekunde und Bar. Die gemessenen Durchflussraten lagen bei 105 bis 125 Litern pro Sekunde – deutlich über den ursprünglich geplanten 84 bis 94 Litern.

Die Bohrarbeiten laufen 2026 weiter, eine zweite Bohranlage soll in der zweiten Jahreshälfte hinzukommen.

Abnehmer stehen bereit

Vulcan hat bereits vor Produktionsstart langfristige Abnahmeverträge abgeschlossen. Stellantis, LG Corp, Umicore und Glencore haben sich für zehn Jahre ab 2028 vertraglich gebunden. Allein der Vertrag mit Glencore umfasst bis zu 44.000 Tonnen über acht Jahre.

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Nach Unternehmensangaben sind rund 72 Prozent der vertraglich zugesagten Mengen für das erste Jahrzehnt durch Festpreis- oder Mindestpreisvereinbarungen abgesichert – deutlich über den aktuellen Spotmarktpreisen.

Die erste Ausbaustufe zielt auf eine jährliche Produktionskapazität von 24.000 Tonnen batteriefähigem Lithiumhydroxid. Zusätzlich sollen etwa 275 Gigawattstunden erneuerbarer Strom und bis zu 560 Gigawattstunden thermische Energie pro Jahr erzeugt werden. Die kommerzielle Lithiumproduktion ist für 2028 geplant.

Institutionelle Anleger positionieren sich

Im Aktionärsregister gab es zuletzt Bewegung. Van Eck Associates Corporation meldete Ende Januar einen Stimmrechtsanteil von 5,04 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber zuvor 3,92 Prozent. Gleichzeitig sank die Gesamtzahl institutioneller Investoren im letzten Quartal um knapp 28 Prozent auf 26, während die durchschnittliche Portfoliogewichtung um etwa fünf Prozent auf 0,25 Prozent stieg.

Am 30. März folgt der Jahresfinanzbericht. Anleger werden darin vor allem nach Hinweisen zu Kostenkontrolle und Einhaltung der Bauzeitpläne suchen. Das Management hat bereits klargestellt, dass für die Erreichung der vollen Kapazität zusätzliches Kapital nötig sein wird – Optionen wie Kapitalerhöhungen oder Teilverkäufe von Vermögenswerten stehen im Raum.

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