Starke Baufortschritte, schrumpfende Kassen. Bei Vulcan Energy Resources klaffen Anspruch und finanzielle Realität derzeit noch auseinander. Das Unternehmen treibt sein europäisches Lithium-Projekt Lionheart massiv voran. Dafür verbrennt der Konzern aktuell viel Geld.

Hoher Kapitalbedarf beim Bau

Im ersten Quartal 2026 flossen 76 Millionen Euro in das Projekt. Die liquiden Mittel sanken dadurch bis Ende März auf 364 Millionen Euro. Weitere Millionenbeträge stecken in Sicherheitsleistungen fest. Das zeigt die enorme Kapitalintensität des Vorhabens. Vulcan baut aktuell an mehreren Standorten parallel.

Das zentrale Thema der kommenden Wochen ist der finanzielle Abschluss. Vulcan peilt für das zweite Quartal die finale Unterschrift an. Dann fließen rund 1,2 Milliarden Euro an Fremdkapital. Hinzu kommen staatliche Zuschüsse im dreistelligen Millionenbereich. Bis dahin finanziert das Unternehmen den Bau aus früheren Kapitalerhöhungen.

Die Lieferkette steht bereits. Siemens liefert die komplette Automatisierungstechnik und beteiligt sich finanziell am Projekt. Auch die Bohrarbeiten kommen voran. Das fünfte Bohrloch lieferte starke Testergebnisse. Ein neuer Bohrplatz auf dem Landauer Messegelände ist im Bau.

Politischer Rückenwind

Regulatorische Entscheidungen stützen die Wirtschaftlichkeit. Rheinland-Pfalz befreit die Lithiumförderung für fünf Jahre von Förderabgaben. Die Europäische Union stuft Lionheart als strategisches Projekt ein. Das hilft bei den Verhandlungen mit Banken.

Zusätzliche Sicherheit bieten langfristige Abnahmeverträge. Vulcan hat knapp drei Viertel der geplanten Produktion fest verkauft. Zu den Kunden zählen Stellantis und LG Energy Solution. Parallel dazu treibt die Nachfrage aus der Batterie- und Rechenzentrumsbranche den Lithiumpreis.

Hauptversammlung mit Konfliktpotenzial

Am 28. Mai treffen sich die Aktionäre in Perth. Dort dürfte es Diskussionsbedarf geben. CEO Cris Moreno und Finanzchefin Felicity Gooding ließen Ende März Hunderttausende Leistungsrechte verfallen. Der Grund: Das Management hat offenbar interne Ziele verfehlt.

Aktionäre stimmen zudem über den Einzug von Roberto Gallardo in den Aufsichtsrat ab. Der Hochtief-Stratege vertritt den Baukonzern. Hochtief hält seit Ende 2025 einen Anteil von gut 15 Prozent an Vulcan.

An der Börse spiegelt sich die aktuelle Übergangsphase wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 2,28 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von rund zwölf Prozent auf der Anzeigetafel. Die Volatilität bleibt hoch. Solange die finale Milliardenfinanzierung nicht steht, definiert die Lücke zwischen Baufortschritt und Kapitalzusage das Risiko für Anleger.