Vulcan Energy Resources hat den ersten großen Schritt gemacht. Der Lithium- und Geothermie-Spezialist hat die Bedingungen erfüllt, um erste Mittel aus seinem milliardenschweren Finanzierungspaket abzurufen. Für das Lionheart-Projekt im Oberrheingraben ist das ein handfester Fortschritt — auch wenn der Aktienkurs davon bislang wenig zeigt.

Bauphase beginnt planmäßig

Am Mittwoch meldete das Unternehmen den ersten strategischen Mittelabruf aus dem 2,2-Milliarden-Euro-Finanzierungspaket. Umgerechnet sind das rund 3,9 Milliarden australische Dollar. Der Abruf folgt auf den finanziellen Abschluss des Projekts Ende Mai 2026.

Die Mittel fließen laut Unternehmensangaben exakt nach dem festgelegten Bauzeitplan. CEO Cris Moreno bezeichnete den Schritt als bedeutenden Meilenstein für das integrierte Lithium- und Geothermieprojekt.

Lionheart soll künftig 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat pro Jahr produzieren. Parallel dazu liefert die Anlage 275 Gigawattstunden erneuerbaren Strom und 560 Gigawattstunden erneuerbare Wärme. Geplant ist eine Laufzeit von 30 Jahren an Standorten in Deutschland und Frankreich.

Aktie bleibt unter Druck

Die Nachricht ließ die Aktie am Mittwoch um 1,28 Prozent auf 1,75 Euro steigen. Das ist eine kleine Erholung — erst am Montag hatte das Papier mit 1,65 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert.

Der Blick auf die längere Frist zeigt allerdings, wie tief der Fall war. Seit Jahresbeginn verliert die Aktie 33,10 Prozent, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro aus dem Oktober 2025 liegt der Kurs sogar 56,15 Prozent im Minus. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 834,93 Millionen Euro.

Auch die technischen Indikatoren zeichnen ein gemischtes Bild. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 2,08 Euro, der Kurs notiert damit fast 16 Prozent darunter. Der RSI von 37,1 deutet darauf hin, dass die Aktie die stark überverkaufte Zone kürzlich verlassen hat — von einer Trendwende kann aber noch keine Rede sein.

Lithiumpreis bremst die Euphorie

Der operative Fortschritt allein reicht offenbar nicht, um die Stimmung zu drehen. Am selben Tag der Finanzierungsmeldung fielen die Lithiumcarbonat-Futures an der GFEX um 2,0 Prozent auf 149.240 Yuan pro Tonne. Das dürfte den Kursanstieg der Aktie gebremst haben, trotz der guten Nachricht aus dem Projekt selbst.

Vulcan Energy setzt auf ein Zwei-Wege-Modell: Lithium für die Batterieindustrie kombiniert mit Geothermie-Strom und -Wärme. Das Konzept passt zur europäischen Debatte über Rohstoffsicherheit und heimische Energieversorgung. Ob das reicht, um Anleger von der langfristigen Substanz des Projekts zu überzeugen, hängt am Ende stark von der Erholung der globalen Lithiumpreise ab — ein Faktor, den das Unternehmen selbst nicht kontrollieren kann.