Vulcan Energy hat für sein Herzstück-Projekt in der Oberrheinregion eine entscheidende Genehmigung erhalten. Die Bergbehörde Rheinland-Pfalz hat mit dem LiThermEx-Betriebsplan erstmals überhaupt eine Lithium-Produktionsgenehmigung in der Region erteilt — ein Präzedenzfall für den heimischen Rohstoffabbau in Deutschland.

Was die Genehmigung konkret bedeutet

Die Erlaubnis gilt zunächst für sechs Jahre und bezieht sich auf den Geothermalstandort Insheim. Dort plant Vulcan Energy eine jährliche Produktion von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxidmonohydrat — genug Rohstoff für rund 500.000 Elektrofahrzeugbatterien pro Jahr.

Das Besondere am Betriebsmodell: Statt klassischem Hartgesteinsabbau wird Lithium direkt aus geothermalen Sole-Lösungen gewonnen. Der Standort Insheim produziert bereits erneuerbare Wärme und Strom, sodass die neue Lithiumanlage in bestehende Infrastruktur integriert wird. Das reduziert den Flächenbedarf erheblich.

Phase Eins des Lionheart-Projekts ist vollständig finanziert und befindet sich im Bau. Die Projektfinanzierung wurde im Dezember 2025 gesichert. Der geplante Start der kommerziellen Produktion bleibt für 2028 terminiert.

Fokus rückt auf die Bauphase

Mit der Genehmigung verschiebt sich der Blick nun von regulatorischen Hürden hin zu konkreten Bau- und Inbetriebnahme-Meilensteinen. Entscheidend wird die erfolgreiche Skalierung der Direct-Lithium-Extraction-Technologie im Zusammenspiel mit der erneuerbaren Energieinfrastruktur vor Ort.

Trotz dieser operativen Fortschritte steht die Aktie unter erheblichem Druck: Mit einem aktuellen Kurs von 1,93 Euro notiert sie auf ihrem 52-Wochen-Tief und hat seit Jahresbeginn rund 26 Prozent verloren. Der Markt wartet offenbar auf handfeste Baufortschritte — die Genehmigung allein reicht nicht aus, um das Vertrauen zurückzugewinnen.