Die Aktie von Vulcan Energy gibt heute um 2,4 Prozent nach und notiert bei 1,61 Euro. Auslöser ist keine unternehmensspezifische Nachricht, sondern eine Verwerfung am chinesischen Lithiummarkt.
Laut Bloomberg hat eine überraschende Änderung der Methodik bei der Erfassung chinesischer Lithiumlagerbestände für Verwirrung unter Händlern gesorgt. Die Folge: Die Preise für die meistgehandelten Lithiumcarbonat-Kontrakte in China sind binnen drei Tagen um mehr als 14 Prozent eingebrochen.
Für Vulcan Energy, das seine Wertschöpfung direkt aus dem Verkauf von batteriefähigem Lithiumcarbonat generieren will, wirkt sich eine solche Preisverwerfung unmittelbar auf die Anlegerstimmung aus, auch wenn das Unternehmen selbst noch keine kommerziellen Mengen produziert.
Der Kurs bewegt sich damit weiter im Abwärtstrend der vergangenen Wochen und liegt 6,2 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,72 Euro – ein Zeichen dafür, dass der Verkaufsdruck nicht nur ein Tagesphänomen ist.
Projekt Ludwig als langfristiger Werttreiber
Unabhängig von der kurzfristigen Marktverunsicherung hat Vulcan Energy am vergangenen Donnerstag mit dem Abschluss der Vorstudie für sein zweites Großprojekt Ludwig einen wichtigen strategischen Meilenstein erreicht. Die Preliminary Feasibility Study weist einen Kapitalwert vor Steuern von 2,6 Milliarden Euro sowie eine interne Verzinsung von 25 Prozent über eine geplante Betriebsdauer von 30 Jahren aus.
Das Projekt liegt in der Region Ludwigshafen im Oberrheingraben, rund 60 Kilometer nördlich des bereits im Bau befindlichen Lionheart-Projekts. Ludwig soll jährlich 21.100 Tonnen batteriefähiges Lithiumcarbonat sowie zusätzlich 3.125 Gigawattstunden erneuerbare Wärme pro Jahr liefern.
Nach Unternehmensangaben liegt die Kapitalintensität je Tonne Lithiumcarbonat 15 Prozent unter vergleichbaren Projekten, bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1,26 Milliarden Euro. Die nachgewiesenen mineralischen Ressourcen wurden zudem um 91 Prozent auf 1.251 Kilotonnen Li2CO3 erhöht.
Bei den geschätzten C1-Betriebskosten von 4.101 Euro pro Tonne Lithiumcarbonat würde sich Ludwig im untersten Quartil der Branche einordnen – ein Vorteil, der gerade in Phasen fallender Marktpreise wie der aktuellen an Bedeutung gewinnt, da kostengünstige Produzenten auch bei niedrigeren Erlösen profitabel bleiben können.
Finale Investitionsentscheidung erst nach Lionheart
Bis zur tatsächlichen Umsetzung von Ludwig bleibt jedoch noch viel Weg zurückzulegen. Vulcan Energy hat bislang keine dedizierte Erkundungsbohrung in den Lizenzgebieten von Ludwig und Therese durchgeführt. Die finale Investitionsentscheidung soll erst fallen, nachdem Lionheart fertiggestellt ist und die kommerzielle Produktion aufgenommen hat – das Wirtschaftsmodell für Ludwig geht von einer solchen Entscheidung im Jahr 2029 aus.
Diese gestaffelte Vorgehensweise reduziert das Ausführungsrisiko, verlängert aber auch den Zeitraum, bis Ludwig tatsächlich Cashflow generiert. Für Anleger bedeutet das: Die kurzfristige Kursentwicklung dürfte weiterhin stärker von der volatilen Lithiumpreis-Lage abhängen als von den langfristig positiven Projektkennzahlen.
Mit einer 30-Tage-Volatilität von 49 Prozent bleibt die Aktie ein Papier für risikobereite Anleger, die auf den strukturellen Fortschritt bei Lionheart und Ludwig setzen, kurzfristige Schwankungen aber aushalten müssen.
Vulcan Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vulcan Energy-Analyse vom 8. September liefert die Antwort:
Die neusten Vulcan Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vulcan Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Vulcan Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

