Fünf Produktionsbohrungen, erste Lithiumgenehmigung im Oberrheingraben, ein Abnehmerportfolio mit Stellantis, LG und Glencore — und dennoch notiert die Aktie rund 42 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Der Q1-Bericht von Vulcan Energy zeigt, warum das Unternehmen trotz operativer Fortschritte unter Druck bleibt.
Bohrloch LSC-1 übertrifft Zielwerte
Die fünfte Produktionsbohrung des Lionheart-Projekts lieferte starke Ergebnisse. Beim Test erreichte das Bohrloch LSC-1 eine Produktivität von 105 bis 125 Litern pro Sekunde — deutlich über dem Feldentwicklungsplan, der 84 bis 94 Liter vorsieht. Lithiumgehalt, Temperatur und Reservoirqualität erfüllten oder übertrafen die Planungsannahmen. Vercana, Vulcans Bohrsparte, schloss die Arbeiten sicher und vor Zeitplan ab.
Parallel dazu hat die sechste Bohrung, LSC-2, ihre Endtiefe von 3.000 Metern erreicht. Abschlussarbeiten und Bohrtests sind für Q2 2026 geplant, danach folgen LSC-3 und LSC-4 noch im laufenden Jahr. Ein zweites Bohrgerät soll in der zweiten Jahreshälfte an einem neuen Standort eingesetzt werden.
Erste Lithiumlizenz im Oberrheingraben
Ein regulatorischer Meilenstein: Vulcan erhielt die erste Lithiumproduktionsgenehmigung für das Lionheart-Projekt — die erste ihrer Art im gesamten Oberrheingraben. Die kombinierte Geothermie- und Lithiumextraktionsanlage entsteht auf rund zehn Hektar im Industriepark Messegelände Südost D12 in Landau. Erdarbeiten laufen, Stromtrassen werden verlegt.
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Cashbestand schmilzt, Finanzierungsabschluss entscheidend
Der operative Hochlauf kostet. Im ersten Quartal 2026 flossen 76 Millionen Euro in das Lionheart-Projekt — der Kassenbestand sank von 523 Millionen Euro zu Jahresbeginn auf 364 Millionen Euro Ende März. Weitere 63 Millionen Euro sind in Sicherheitsleistungen und gesperrten Mitteln gebunden.
Der entscheidende Schritt ist der sogenannte Financial Close, der für Q2 2026 erwartet wird. Er würde knapp 1,2 Milliarden Euro Fremdkapital sowie staatliche Zuschüsse von 204 Millionen Euro freischalten. Verzögert sich dieser Abschluss, wächst der Druck auf den Kassenbestand spürbar.
Verfallene Rechte und Hochtief-Einfluss
Ein kleines Governance-Signal blieb nicht unbemerkt: Im März verfielen 413.811 Leistungsrechte, weil bestimmte interne Meilensteine nicht erreicht wurden. CEO Cris Moreno und CFO Felicity Gooding waren ebenfalls betroffen. Ob dahinter Kostenkontrollprobleme stecken oder schlicht ambitionierte Zielvorgaben, bleibt offen.
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Hochtief hat unterdessen seinen Einfluss ausgebaut. Roberto Gallardo, Strategiechef des Essener Baukonzerns, zog in den Aufsichtsrat ein. Hochtief ist nicht nur Ankeraktionär, sondern über die Tochter Sedgman auch Generalunternehmer für Lionheart.
Abnehmer gesichert, Zeitplan unter Beobachtung
Auf der Absatzseite stehen langfristige Verträge mit Stellantis, LG Corp, Umicore und Glencore. Der Glencore-Vertrag allein umfasst bis zu 44.000 Tonnen über acht Jahre. Rund 72 Prozent des vertraglich gesicherten Volumens im ersten Produktionsjahrzehnt sind durch Festpreis- oder Mindestpreisvereinbarungen abgesichert.
Die Aktie notiert bei 2,33 Euro und damit noch rund zehn Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt — der Markt wartet auf den Financial Close. Am 28. Mai findet die Hauptversammlung in Perth statt; dort dürfte das Management konkrete Angaben zum Zeitplan des Finanzierungsabschlusses liefern.
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