JPMorgan bleibt skeptisch, die Deutsche Bank dreht ihre Einschätzung ins Neutrale — und die Aktie klettert trotzdem. Das Analystenurteil zu Wacker Chemie könnte kaum gespaltener sein.

Hochstufung mit klarer Botschaft

Die Deutsche Bank Research hob das Papier zuletzt von „Sell“ auf „Hold“ an und erhöhte das Kursziel von 59 auf 68 Euro. Begründung: Chancen und Risiken seien in der gegenwärtigen geopolitischen Lage ausgeglichen. Kaufempfehlungen spricht die Bank in ihrer Branchenanalyse derzeit für andere Werte aus — konkret für BASF, Umicore und Brenntag.

JPMorgan sieht das anders. Die Einstufung „Underweight“ wurde am 25. März bestätigt. Als Belastungsfaktoren nannten die Analysten produktionsbedingte Engpässe im asiatisch-pazifischen Raum sowie den Einfluss des Nahost-Konflikts auf Energie- und Rohstoffpreise — Erkenntnisse, die sie von einer Branchenkonferenz mitgebracht haben.

Widerstand in Reichweite

Charttechnisch hat die Aktie seit dem Frühjahr 2025 eine Bodenbildung zwischen 60 und 66 Euro durchlaufen. Mit einem Kurs von 81,00 Euro liegt sie nun knapp unterhalb des Widerstandsbereichs zwischen 82,00 und 84,30 Euro — und damit nur rund drei Prozent vom 52-Wochen-Hoch bei 83,40 Euro entfernt.

Der nächste konkrete Prüfstein ist der 29. April 2026: Dann veröffentlicht Wacker Chemie seine Gewinnmitteilung. Wie das Management die gestiegenen Herstellkosten und die eingeschränkte Preissetzungsmacht in den Zahlen abbildet, dürfte die Frage beantworten, welche der beiden Analysteneinschätzungen näher an der Realität liegt.