Warner Bros. Discovery gibt Paramount Skydance eine Woche Zeit, um ein verbessertes Übernahmeangebot vorzulegen. Eine überraschende Kehrtwende – nachdem der Medienkonzern zuvor sämtliche Avancen des Rivalen abgeblockt hatte. Der Druck durch aktivistische Investoren und ein informelles Angebot von 31 Dollar je Aktie scheinen die Tür nun einen Spalt geöffnet zu haben.
Die Aktie reagierte am Dienstag mit deutlichen Kursgewinnen auf die Nachricht. Aktuell notiert das Papier bei 27,99 Dollar – und damit bereits über dem Netflix-Angebot von 27,75 Dollar je Aktie. In den vergangenen zwölf Monaten legte der Titel um beachtliche 170,7 Prozent zu.
Paramount erhält zweite Chance
Bis zum 23. Februar muss Paramount nun sein „bestes und finales Angebot“ einreichen. Warner Bros. Chairman Samuel DiPiazza Jr. und CEO David Zaslav machten jedoch unmissverständlich klar: Man bleibe dem Netflix-Deal verpflichtet und halte diesen weiterhin für überlegen. Die Verhandlungsbereitschaft erscheint eher als taktisches Manöver denn als strategischer Sinneswandel.
Paramount bietet derzeit 30 Dollar je Aktie für den gesamten Konzern – inklusive der Kabelnetzwerke CNN, TLC und HGTV. Das ergibt einen Gesamtwert von 108,4 Milliarden Dollar. Netflix hingegen will für 82,7 Milliarden Dollar nur das Studio- und Streaming-Geschäft übernehmen. Die Discovery Global-Sparte würde zuvor abgespalten werden.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Warner Bros. Discovery (A)?
Besonders pikant: Paramount hatte informell bereits 31 Dollar je Aktie ins Spiel gebracht. Warner Bros. erwartet nun ein finales Angebot oberhalb dieser Marke. Zudem hat Paramount zugesagt, die Abstandszahlung von 2,8 Milliarden Dollar an Netflix zu übernehmen, sollte Warner Bros. vom aktuellen Deal zurücktreten. Oracle-Gründer Larry Ellison, Vater des Paramount-CEOs David Ellison, garantiert persönlich 40 Milliarden Dollar Eigenkapital.
Aktivisten erhöhen den Druck
Der Gesinnungswandel kommt nicht von ungefähr. Der aktivistische Investor Ancora Holdings hat eine Position im Wert von knapp 200 Millionen Dollar aufgebaut und kündigte an, gegen die Netflix-Transaktion zu stimmen. Ancora wirft dem Warner Bros.-Board vor, sich nicht ernsthaft mit Paramount auseinandergesetzt zu haben – trotz sechs verschiedener Angebote in den zwölf Wochen vor der Netflix-Vereinbarung am 5. Dezember 2025.
Auch Pentwater Capital Management, mit rund 50 Millionen Aktien an Bord, unterstützt das Paramount-Angebot. CEO Matt Halbower wird als potenzieller Kandidat für einen Sitz im Warner Bros.-Verwaltungsrat gehandelt. Paramount drängt ohnehin darauf, eigene Direktoren in das Gremium zu entsenden.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Warner Bros. Discovery (A)?
Netflix reagierte gelassen auf die Entwicklung und betonte, das eigene Angebot biete überlegenen Wert und Sicherheit. Man erkenne allerdings die Ablenkung für Aktionäre durch „Paramounts Spielchen“ an. Die Abstimmung über den Netflix-Deal ist für den 20. März angesetzt.
Offene Finanzierungsfragen bleiben
Trotz der Nachbesserungen sieht das Warner Bros.-Board zentrale Probleme weiterhin ungelöst. Wer trägt eine mögliche Finanzierungsgebühr von 1,5 Milliarden Dollar? Was passiert, wenn die Fremdfinanzierung scheitert? Und ist die Eigenkapitalzusage von Larry Ellison wirklich ohne jede Bedingung?
Der Paramount-Entwurf sieht mittlerweile vor, dass bei Ausfall der Fremdfinanzierung zusätzliches Eigenkapital zugeschossen werden muss, um den Deal über die Ziellinie zu bringen. Ob das Warner Bros. überzeugen wird, bleibt offen.
Analystenhaus Rothschild Redburn stufte Warner Bros. Discovery am Dienstag von „Buy“ auf „Neutral“ ab und hob das Kursziel von 28 auf 31 Dollar an. Die Begründung: Netflix sei der wahrscheinlichste Gewinner, deutlich höhere Gebote von Paramount würden nicht mehr kommen. Rothschild bewertet die verbleibende Discovery Global-Einheit nach der Abspaltung mit 2,80 Dollar je Aktie – basierend auf einem EBITDA-Multiple von 4,5. Das ergebe einen Gesamtwert von 30,55 Dollar.
Warner Bros. Discovery (A)-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Warner Bros. Discovery (A)-Analyse vom 17. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Warner Bros. Discovery (A)-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Warner Bros. Discovery (A)-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Warner Bros. Discovery (A): Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


