Liebe Traderinnen und Trader,
41,67 Euro kostet die Commerzbank-Aktie aktuell. Der von Analysten im Schnitt taxierte faire Wert liegt bei 39,97 Euro. Der Markt zahlt also bereits eine Prämie auf den Konsens – und das mitten in einer Woche, in der SAP und Allianz den DAX nahe seiner Rekordzone halten, während US-Softwarewerte nach dem Oracle-Schock auseinanderdriften und die SEC mit einer neuen Ausnahmeregel den Aktienhandel grundlegend umbauen will. Der Reihe nach.
DAX: Konsolidierung auf hohem Niveau, keine Schwäche
Der Index bewegt sich aktuell um die 25.700-Punkte-Marke, nur rund 900 Punkte unter seinem Rekordhoch von 26.618,74 Punkten vom 28. August. Getragen wird das Niveau von SAP, das im Sitzungsverlauf auf 187,60 Euro zulegte, und von Allianz, das mit 450,10 Euro nur knapp unter seinem eigenen Jahreshoch vom 3. September notiert. Bremsend wirkt Beiersdorf: Der Konsumgüterkonzern kämpft laut Marktbeobachtern mit schwacher Nachfrage und bleibt trotz eines leichten Kursplus weit unter seinem 52-Wochen-Hoch von 110,15 Euro zurück. Für Trader heißt das: Der Index zeigt keine breite Schwäche, sondern eine klassische Sektor-Rotation – Finanzwerte und Software statt Konsum.
Commerzbank: Fundamental stark, technisch schon ambitioniert
Die Aktie kletterte im Sitzungsverlauf um gut ein Prozent auf 41,67 Euro. Bemerkenswert ist der Vergleich mit der Konsensschätzung: Analysten sehen den fairen Wert im Schnitt bei 39,97 Euro – der Markt preist also bereits mehr ein, als die Schätzung hergibt. Rückenwind liefert die Berichtssaison: Das zweite Quartal brachte einen Gewinn je Aktie von 0,63 Euro. CEO Bettina Orlopp bekräftigte die Jahresziele und stellte für 2027 zusätzlichen Rückenwind beim Zinsüberschuss in Aussicht. Die Konsensschätzung für den Gewinn je Aktie 2026 liegt bei 3,15 Euro, die erwartete Dividende bei 1,63 Euro nach 1,10 Euro für 2025. Wer die Aktie hält, sitzt auf einem Wert mit fundamentalem Rückenwind, der technisch aber bereits ambitioniert bewertet ist – ein Fall für enge Stopps statt Nachkäufe auf aktuellem Niveau.
Während sich der Blick vieler Trader gerade auf einzelne DAX-Schwergewichte wie Commerzbank richtet, entscheiden sich die größten Kursgewinne oft abseits der bekannten Namen – in Sektoren wie Energie, Gesundheit und Hightech. Ein kostenloser PDF-Sonderreport von Top-Analyst Mike Rückert stellt fünf Aktien mit besonderem Renditepotenzial für 2026 vor, bevor die breite Masse diese Chancen erkennt. Report jetzt herunterladen
Software-Sektor: Divergenz statt Gleichlauf nach dem Oracle-Schock
Oracle versucht nach der enttäuschenden Reaktion auf die Anfang September vorgelegten Quartalszahlen (Fiskal-Q1 2027, Zeitraum bis 31. August) eine technische Erholung: Die Aktie legte im Sitzungsverlauf um sechs Prozent zu, bleibt aber rund 20 Prozent im Jahresverlauf und knapp die Hälfte unter dem Stand von vor zwölf Monaten. Von der alten Bestmarke bei umgerechnet über 320 US-Dollar vom 22. September 2025 ist der Titel meilenweit entfernt. Salesforce erreichte vor zwei Wochen nach einer starken Rally ein neues Jahreshoch. Seither gehen die Analystenmeinungen auseinander: RBC bewertet den Titel neutral mit Kursziel 250 US-Dollar, JPMorgan bleibt mit Overweight und Kursziel 265 US-Dollar optimistischer. Für Anleger heißt das: Die Softwarebranche erholt sich nicht synchron – wer nach dem Oracle-Einbruch auf eine breite Sektor-Erholung setzt, sollte zwischen Turnaround-Kandidaten und bereits gut gelaufenen Titeln unterscheiden.
SEC öffnet die Tür für tokenisierte Aktien
Das strukturell wichtigere Ereignis der Woche kommt nicht aus dem Chart, sondern aus Washington. Die US-Börsenaufsicht hat eine fünfjährige „Innovation Exemption“ beschlossen, die tokenisierte US-Aktien handelbar macht, ohne dass die Handelsplattformen eine vollständige Börsenregistrierung benötigen. Voraussetzung: Die Token müssen dieselben Rechte wie klassische Aktien bieten, also Dividenden und Stimmrechte; Unternehmen können der Tokenisierung ihrer Aktien innerhalb von 30 Tagen widersprechen. Parallel dazu ging Circles Arc-Mainnet live, eine Layer-1-Blockchain, die USDC für Transaktionsgebühren nutzt, und Cosmos startete ein Partner-Netzwerk für tokenisierte Finanzprodukte – wenngleich der tatsächliche Handel dort laut Marktbeobachtern noch dünn ist. Das ist der eigentliche langfristige Hebel, nicht die tägliche Bitcoin-Schwankung: 24-Stunden-Aktienhandel rückt näher, was etablierte Broker-Strukturen mittelfristig unter Druck setzen dürfte. Bitcoin selbst blieb unterdessen volatil um die 76.700-Dollar-Marke, während der Bull Score Index binnen einer Woche von 80 auf 30 einbrach – Beobachter warnen vor einem Rutsch Richtung 70.000 Dollar, ein Warnsignal für kurzfristig gehebelte Positionen. Auffälliger war der Sprung von Zcash um fast elf Prozent, nachdem die Community mit übergroßer Mehrheit für die Beibehaltung Bitcoin-ähnlicher Halving-Zyklen gestimmt hatte.
Novo Nordisk: Zulassungsempfehlung trifft auf Termin
Der EU-Ausschuss CHMP empfahl die Zulassung von Frehemgo zur Behandlung von Hämophilie A. Die Markteinführung in ersten EU-Ländern ist für das vierte Quartal 2026 geplant, der breite EU-Rollout für Anfang 2027. Die Aktie legte im Sitzungsverlauf um knapp drei Prozent auf 37,52 Euro zu, bleibt aber weiterhin deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 54,86 Euro vom 23. Januar. Zusätzlichen Fokus erhält der Titel durch den Kapitalmarkttag am 21. September, bei dem auch die kürzlich verkündete KI-Partnerschaft mit Anthropic zur Medikamentenforschung Thema sein dürfte – zwei Termine, ein Fenster.
Marschroute
Der DAX bleibt im Bereich 25.600 bis 25.800 Punkten die Beobachtungszone; ein nachhaltiger Sprung über 26.000 würde die Rekordzone wieder in Reichweite bringen. Bei Commerzbank markiert der Analysten-Zielwert von 39,97 Euro die Warnschwelle für eine Korrektur – der aktuelle Kurs von 41,67 Euro notiert bereits darüber, was für enge Stopps statt Nachkäufe spricht. Oracle bleibt ein Beobachtungsfall unterhalb der 20-Prozent-Jahresverlust-Marke, Salesforce zwischen den Kurszielen von RBC (250 US-Dollar) und JPMorgan (265 US-Dollar). Bei Bitcoin markiert die Zone um 70.000 Dollar die nächste kritische Unterstützung, sollte der Bull Score Index weiter abrutschen. Und am 21. September liefert Novo Nordisks Kapitalmarkttag den nächsten handelbaren Termin.
Gute Trades, Ihr Andreas Sommer
Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 17. September liefert die Antwort:
Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


