Rekordgewinn, höhere Dividende, kräftiger Ausblick – und trotzdem drehen die Anleger ab. Western Digital rutschte nach der Bilanzvorlage nachbörslich um 6,5 Prozent ins Minus, nachdem die Aktie zunächst noch im Plus gelegen hatte. Zuletzt kostete sie rund 354 Dollar.
Zahlen schlagen den Konsens deutlich
Im Quartal bis zum 2. Oktober setzte der Festplattenspezialist 4,38 Milliarden Dollar um. Analysten hatten mit 4,14 Milliarden gerechnet. Der bereinigte Gewinn lag bei 4,64 Dollar je Aktie, 56 Cent über der Erwartung. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs er um 161 Prozent.
Der Ausblick fiel noch stärker aus. Für das zweite Geschäftsquartal stellt das Management bis zu sechs Dollar je Aktie in Aussicht, der Markt hatte nur 4,80 Dollar auf dem Zettel. Die Quartalsdividende steigt um 17 Prozent.
Investitionen drücken die Stimmung
Was die Anleger irritiert, steht in der Kapitalplanung. Western Digital hat die Investitionsausgaben im ersten Geschäftsquartal mehr als verdreifacht. Das Geld fließt in Festplatten mit höherer Speicherkapazität. Nach Einschätzung von Bloomberg Intelligence sank dadurch die Marge des freien Cashflows um rund drei Prozentpunkte.
Finanzchef Kris Sennesael versuchte zu beruhigen. Über fünf Jahre sollen die Investitionen im Schnitt bei vier bis sechs Prozent des Umsatzes liegen. In den kommenden zwei Jahren dürfte die Quote allerdings etwas höher ausfallen.
KI-Skepsis überlagert das Quartal
Hinzu kommt das Umfeld. Speicherwerte und andere Titel rund um den KI-Boom stehen unter Druck, weil sich die gewaltigen Ausgaben für Rechenzentren womöglich später auszahlen als erhofft. Das Analysehaus Vital Knowledge sieht zwei Punkte als entscheidend: ob die Rechenzentrums-Investitionen ihr Tempo halten und ob die riesigen Auftragsbestände tatsächlich zu Umsatz werden.
Bei Western Digital überdeckten diese Zweifel die guten Zahlen. Fundamental liefert der Konzern derzeit mehr, als der Markt verlangt. Die Reaktion zeigt, dass Anleger vor allem auf die Nachhaltigkeit der KI-Nachfrage und auf den Cashflow schauen. Die Prognose von bis zu sechs Dollar je Aktie fürs zweite Quartal wird dafür der nächste Prüfstein.
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