Am Freitag gerieten die Papiere von Western Digital unter spürbaren Verkaufsdruck. Der Kurs sackte um 11 Prozent ab und beendete den Handelstag bei einem Schlussstand von 368,10 Euro.

Der Grund für diesen Kursrückgang lag im Branchenumfeld begründet: Marktteilnehmer reagierten mit deutlicher Skepsis auf Neuigkeiten über eine bevorstehende Ausweitung des weltweiten Angebots an Festplattenlaufwerken. Neben den Anteilsscheinen von Western Digital verzeichnete am selben Tag auch die Aktie des Wettbewerbers Seagate kräftige Kursverluste.

Expansionspläne in Asien schüren Sorgen um Überkapazitäten

Verantwortlich für die Verunsicherung unter den Anlegern sind konkrete Pläne zur Kapazitätserweiterung beim japanischen Technologiekonzern Toshiba. Dessen Tochtergesellschaft für Festplattenlaufwerke auf den Philippinen gab am Freitag bekannt, ihre jährliche Fertigungskapazität spürbar auszubauen.

Bezogen auf das Speichervolumen strebt das Tochterunternehmen an, das Produktionsvolumen bis zum Geschäftsjahr 2027 im Vergleich zum Niveau des Geschäftsjahres 2025 annähernd zu verdoppeln.

Medienberichten zufolge beabsichtigt Toshiba, für dieses Ausbauvorhaben rund 60 Milliarden Yen zu investieren. Die Aussicht auf eine derart umfassende Aufstockung der Fertigungskapazitäten löste an den Finanzmärkten umgehend Befürchtungen vor einem künftigen Überangebot aus.

Anleger sorgen sich darum, dass das bisher knappe Angebot im Markt für Speicherlösungen schwinden könnte. In der Folge droht ein Rückgang der Preissetzungsmacht bei den Herstellern, was die Ertragsmargen der gesamten Branche belasten würde.

Aufgehelltes Ratingprofil bietet Stabilität

Den aufkommenden Zweifeln an der mittelfristigen Preisentwicklung im Speichersektor steht eine jüngst verbesserte fundamentale Einschätzung der Bonität gegenüber. Am 24. September stufte die Ratingagentur S&P Global Ratings den Ausblick für die Kreditwürdigkeit von Western Digital von stabil auf positiv herauf. Gleichzeitig bestätigte die Agentur das Emittentenrating des Konzerns mit BBB-.

Als maßgebliche Gründe für diese optimistischere Beurteilung verwiesen die Bonitätsprüfer auf eine gestärkte Cash-Generierung des Unternehmens sowie auf dessen geringen Verschuldungsgrad. Diese solide finanzielle Aufstellung könnte dem Konzern dabei helfen, möglichen Marktverwerfungen und zyklischen Schwankungen im Sektor mit mehr Stabilität zu begegnen.

Trotz des jüngsten Kursrückschlags zum Ende der Handelswoche steht für die Anteilsscheine von Western Digital seit Jahresanfang weiterhin ein Kursplus von 139 Prozent zu Buche.