Wienerberger kämpft mit einer harten Flaute im Wohnungsbau. Das Management senkte nun die Gewinnziele für das laufende Jahr deutlich. Anleger reagierten prompt und schickten das Papier in Richtung seines Jahrestiefs.

Milliardenkonzern unter Ergebnisdruck

Der Vorstand korrigierte die Erwartung für das operative EBITDA auf rund 700 Millionen Euro. Zuvor hatte das Unternehmen noch 760 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Vor allem der schwache Neubausektor in den Kernmärkten USA, Kanada und Großbritannien belastet das Ergebnis massiv.

Die Flaute im Wohnungsbau kostet den Baustoffriesen im laufenden Jahr voraussichtlich 100 Millionen Euro. Allein im ersten Halbjahr summierten sich diese negativen Effekte bereits auf 40 Millionen Euro. Analysten von Morgan Stanley bemängelten zudem die EBITDA-Marge im zweiten Quartal, die mit 16,3 Prozent unter den Erwartungen blieb.

Fokus auf Sanierung und Infrastruktur

Das Management steuert mit dem Effizienzprogramm „Fit for Growth“ gegen. Parallel dazu baut der Konzern das Geschäft mit Sanierungen und Infrastruktur aus. Inzwischen erwirtschaftet Wienerberger über 60 Prozent seiner Umsätze in diesen stabileren Bereichen.

Die Abhängigkeit vom zyklischen Neubau sinkt stetig und macht mittlerweile weniger als 40 Prozent des Endmarktanteils aus. Der Umbau zeigt erste operative Erfolge. In den Sparten Sanierung und Infrastruktur erzielte das Unternehmen zuletzt ein organisches Umsatzwachstum von sieben Prozent.

Nach einem Kursrückgang von fast 31 Prozent seit Jahresbeginn notiert die Aktie aktuell bei 21,14 Euro. Marktbeobachter achten nun darauf, ob das Papier die Unterstützung am Jahrestief von 20,40 Euro verteidigen kann. Mitte August veröffentlicht Wienerberger den vollständigen Zwischenbericht zum ersten Halbjahr. Dann müssen die detaillierten Zahlen belegen, wie effektiv die Sparmaßnahmen den Gewinneinbruch abfedern.