Der Baustoffkonzern Wienerberger setzt nach personellen Veränderungen und der Vorlage aktueller Quartalsergebnisse auf Kontinuität im operativen Geschäft. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds bekräftigte das Unternehmen seine Prognosen für das Gesamtjahr und treibt die strategische Neuausrichtung in Richtung Infrastruktur und Renovierung weiter voran.
Stabile Prognose trotz Rückgang beim operativen Ergebnis
Im zweiten Quartal des laufenden Jahres verzeichnete Wienerberger einen Anstieg des Konzernumsatzes um 13 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Dieser Zuwachs steht jedoch einem Rückgang beim operativen Ergebnis gegenüber: Das operative EBITDA sank in diesem Zeitraum auf 230 Millionen Euro.
Dennoch zeigt sich das Management für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich. Laut Unternehmensangaben wird die EBITDA-Guidance für das Gesamtjahr 2026 bei 700 Millionen Euro bestätigt.
Die Basis für diese Stabilität bildet eine Verschiebung der Geschäftsaktivitäten. Mittlerweile entfallen mehr als 60 Prozent des Umsatzes auf die Segmente Infrastruktur und Renovierung. Damit reagiert der Konzern auf die veränderten Bedingungen im Bausektor und stärkt Bereiche, die weniger konjunktursensibel als der klassische Neubau reagieren.
Interim-Management übernimmt nach CEO-Rücktritt
Neben den Geschäftszahlen stand zuletzt die Führungsebene im Fokus der Anleger. Am 10. August trat Heimo Scheuch aus persönlichen gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung von seiner Position als CEO zurück. Um die Handlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen, berief der Aufsichtsrat Gerhard Hanke zum Interim-CEO. Hanke war zuvor als COO Central & East sowie als stellvertretender Vorstandsvorsitzender tätig.
Ein Signal des Vertrauens in die künftige Entwicklung setzte der neue Interim-Chef bereits kurz nach seinem Amtsantritt. Medienberichten zufolge meldete Gerhard Hanke am 13. August eine eigene Aktientransaktion als Mitglied des Management Boards. Damit unterstreicht die neue Führung die Verbundenheit mit dem Unternehmen in einer Phase des personellen Übergangs.
Kursentwicklung bleibt unter Druck
Trotz der bestätigten Jahresziele agieren Marktteilnehmer und Analysten weiterhin vorsichtig. Die Analysten von Oddo BHF senkten am 17. August ihr Kursziel für die Wienerberger-Aktie und bestätigten gleichzeitig ihre neutrale Einschätzung. Diese Zurückhaltung spiegelt sich auch in der Performance an der Börse wider.
Das Wertpapier verzeichnete seit Jahresbeginn einen Rückgang von 36 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 19,47 Euro am heutigen Montag stabilisiert sich die Notierung zwar mit einem Plus von 0,9 Prozent, bleibt jedoch deutlich unter früheren Niveaus.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das am 25. August 2025 bei 32,48 Euro markiert wurde, beträgt derzeit rund 40 Prozent. Anleger beobachten nun genau, ob die stabilisierten operativen Ziele ausreichen, um den langfristigen Abwärtstrend zu brechen.
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