Wienerberger forciert die strategische Neuausrichtung des Konzernportfolios. Angesichts der anhaltenden Schwäche im europäischen Wohnneubau richtet der Baustoffhersteller seinen Fokus verstärkt auf die Segmente Renovierung und Wassermanagement. Durch gezielte Zukäufe will das Unternehmen seine Abhängigkeit von zyklischen Neubauprojekten verringern.
Zukäufe im Bereich Renovierung und Infrastruktur
Im zurückliegenden Frühjahr schloss der Konzern die Übernahmen von Italcer und der NEWS Group ab. Durch den Erwerb von 50 Prozent plus einer Aktie an Italcer stärkt Wienerberger sein Renovierungsgeschäft. Für die restlichen Anteile besteht eine Kaufoption im ersten Halbjahr 2027.
Mit diesen Transaktionen verbreitert Wienerberger die Erlösbasis jenseits des klassischen Ziegelgeschäfts. Neben dem Renovierungssektor rückt auch die Wasser- und Infrastrukturtechnik weiter in den Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Auf regionaler Ebene vereinbarte der Konzern zudem die Übernahme der serbischen Univerzum Group, um das Geschäft in Südosteuropa auszubauen.
Neubauschwäche belastet das operative Ergebnis
Vor rund einem Monat passte das Management die Jahresziele an die anhaltende Neubauschwäche an. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Wienerberger mit einem operativen EBITDA von rund 700 Millionen Euro. Zuvor hatte der Baustoffkonzern ein Ergebnis von 810 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Die Zurückhaltung bei privaten Bauherren und gewerblichen Investoren prägt die europäische Baukonjunktur. Gestiegene Zinsen und spürbar verteuerte Baukosten dämpfen die Nachfrage nach Baumaterialien. Wienerberger reagiert auf diese Marktsituation mit strikter Ausgabendisziplin und versucht, Erlösrückgänge über margenstärkere Speziallösungen im Sanierungsbereich auszugleichen.
Führungsübergang an der Konzernspitze
Zu den operativen Herausforderungen kommen personelle Veränderungen im Management. Nach dem Rücktritt des langjährigen Vorstandschefs vor rund einem Monat führt Gerhard Hanke den Konzern interimistisch.
Hanke war zuvor als COO Central & East sowie als stellvertretender Vorsitzender tätig. Die strukturierte Suche nach einer dauerhaften Nachfolge läuft. Zudem übernahm Claus Ehrenbeck die Leitung der Investor-Relations-Abteilung als Senior Vice President.
Schwache Entwicklung an den Börsen
An den Finanzmärkten spiegelt sich die schwierige Branchenlage deutlich im Kursverlauf wider. Im Handel notiert das Papier bei 17,28 Euro. Seit Jahresanfang hat die Aktie einen Verlust von 43 Prozent verbucht.
Wienerberger-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Wienerberger-Analyse vom 25. September liefert die Antwort:
Die neusten Wienerberger-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Wienerberger-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Wienerberger: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

