Die anhaltende Zurückhaltung im Wohnungsneubau und spürbarer Kostendruck hinterlassen bei Wienerberger deutliche Spuren im operativen Geschäft. Am Dienstag passte das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr an, nachdem die erhoffte Belebung der Bautätigkeit im September ausgeblieben war. Anleger blicken vor diesem Hintergrund auf die anstehende Zwischenbilanz im Spätherbst.

Als wesentlichen Auslöser für die gesenkte Jahresprognose nannte Wienerberger eine saisonale Erholung der Bautätigkeit im September, die schwächer als erwartet verlief. Hinzu kommt ein anhaltend schwacher Wohnungsneubau auf wichtigen Auslandsmärkten. Konkret verwies das Unternehmen auf die schwierige Situation in Großbritannien, den USA sowie in Kanada.

Gestiegene Kosten belasten die Ertragskraft

Neben der schleppenden Nachfrage setzen teurere Vorleistungen dem Konzern zu. Wienerberger berichtete von einer beschleunigten Kosteninflation, die das operative Geschehen bremst. Als treibende Faktoren schlagen vor allem deutlich gestiegene Ausgaben in den Bereichen Energie, Rohstoffe und Logistik zu Buche.

Die verhaltene Marktlage schlägt sich unmittelbar in den Zielen für das Gesamtjahr 2026 nieder. Wienerberger peilt für diesen Zeitraum nun ein operatives EBITDA in einer Spanne von 640 bis 650 Millionen Euro an.

Reuters berichtete am Dienstag über den erneuten Schritt bei den Jahreszielen als zentralen Auslöser für den Kursrückgang der Aktie. Der Schritt verdeutlicht, wie stark die Flaute auf den internationalen Baumärkten auf die Profitabilität durchschlägt.

Zwischenbilanz und Termin im November

Auch im dritten Quartal macht sich dieser Gegenwind bemerkbar. Wienerberger kalkuliert für diesen Dreimonatsabschnitt mit einem Umsatz von rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro.

Das operative EBITDA für dasselbe Quartal beziffert das Unternehmen auf rund 170 bis 180 Millionen Euro. Damit zeichnet sich ab, dass die Kombination aus Absatzschwäche und Kostensteigerungen das Sommerquartal empfindlich getroffen hat.

Am Aktienmarkt spiegeln die Notierungen die anhaltenden Herausforderungen wider. Gestern ging die Aktie bei 15,52 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Verlust von 49 Prozent.

Mehr Klarheit über den weiteren Geschäftsverlauf soll der anstehende Finanztermin bringen. Am 12. November 2026 veröffentlicht Wienerberger die Ergebnisse für die ersten neun Monate und lädt zu einem Conference Call ein. Zu diesem Anlass kündigte das Unternehmen außerdem Informationen über die beschleunigten Kostenoptimierungen sowie über die strategische Überprüfung seiner Geschäftsbereiche an.