Die Papiere von Wienerberger geraten zur Wochenmitte spürbar unter Verkaufsdruck. Nach einer Senkung der Jahresprognose verliert der Anteilsschein heute 4,2 Prozent an Wert und fällt auf 15,47 Euro. Anleger reagieren damit auf verringerte Erwartungen für das Gesamtjahr sowie auf die anhaltend schwierigen Bedingungen auf mehreren Kernmärkten des Unternehmens.

Verringerte Zielmarken für das Gesamtjahr

Das Management passte die Zielmarken für das Geschäftsjahr 2026 gestern an. Das operative EBITDA soll nun zwischen 640 Millionen und 650 Millionen Euro erreichen. Als Auslöser dieser Korrektur nannte Wienerberger eine Bautätigkeit im September, deren saisonale Erholung schwächer als zuvor angenommen ausgefallen ist.

Erschwerend kommt die Lage in wichtigen regionalen Märkten hinzu. Der Wohnungsneubau verzeichnet in Großbritannien, den USA sowie in Kanada anhaltenden Gegenwind. Gleichzeitig machten sich im gesamten Geschäftsverlauf deutlich gestiegene Aufwendungen für Rohstoffe, Energie und Transport bemerkbar, welche die Margen des Baustoffkonzerns belasten.

Belastungen im dritten Quartal

Die schwierigen Rahmenbedingungen spiegeln sich auch in den Kennzahlen für das Sommerquartal wider. Wienerberger rechnet für das dritte Quartal mit einem Umsatz von etwa 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro.

Beim operativen EBITDA stellt das Management für denselben Dreimonatszeitraum einen Wert von rund 170 bis 180 Millionen Euro in Aussicht. Die massiven Kostensteigerungen konnten in dieser Periode nicht vollständig aufgefangen werden.

Zwar setzte Wienerberger zusätzliche Vertriebsinitiativen in Gang, erhöhte die Verkaufspreise und griff zu internen Effizienzmaßnahmen, doch reichten diese Schritte in ihrer Gesamtheit nicht aus, um die Belastungen zu neutralisieren.

Strategieüberprüfung rückt in den Fokus

Vor diesem Hintergrund gewinnen die weiteren strukturellen Anpassungen des Baustoffherstellers an Bedeutung. Die bereits eingeleitete strategische Überprüfung sowie Maßnahmen zur Kostensenkung rücken nun noch stärker in den Fokus der Anleger, da das Unternehmen die eigenen Kostenstrukturen zügiger an das anhaltend schwierige Marktumfeld anpassen muss.

Detaillierte Einblicke in den operativen Verlauf und die Neuausrichtung stehen im November an. Wienerberger kündigte an, den Bericht zu den ersten neun Monaten 2026 am 12. November vorzulegen. Bei diesem Anlass will das Unternehmen zudem ein konkretes Update zur strategischen Überprüfung sowie zu den forcierten Kostensenkungsmaßnahmen präsentieren.