Die Aktie von Wienerberger verzeichnete heute ein Minus von 2,3 Prozent auf 15,13 Euro. Das Unternehmen hatte am Dienstag seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 gesenkt. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll im Gesamtjahr nun eine Spanne von 640 bis 650 Millionen Euro erreichen.

Für das dritte Quartal 2026 rechnet Wienerberger mit einem Umsatz von rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Das Quartals-EBITDA wird auf etwa 170 bis 180 Millionen Euro geschätzt. Als wesentliche Ursache nannte der Baustoffkonzern eine schwächer als erwartete saisonale Erholung der Bautätigkeit im September.

Belastungen in Nordamerika und Großbritannien

Hinzu kommt eine anhaltend schwache Nachfrage, die den Konzern vor allem im Vereinigten Königreich und in Nordamerika bremst. Neben den rückläufigen Absatzmärkten wirken sich steigende Kosten direkt auf die Ertragslage aus. Wienerberger verwies auf spürbar gestiegene Ausgaben für Energie, Rohstoffe und Logistik, die das operative Ergebnis belasten.

Die gedämpfte Bautätigkeit in wichtigen Kernmärkten trifft auf eine Kostenstruktur, die durch die Preisentwicklung im Energie- und Transportsektor gefordert wird. Die Anpassung der Jahresziele verdeutlicht, wie stark sich die Rahmenbedingungen im Spätsommer eingetrübt haben.

Zukauf in Serbien und anstehender Neunmonatsbericht

Trotz des herausfordernden Umfelds schloss Wienerberger am 1. Oktober die Übernahme von zwei Gesellschaften ab. Mit dem Vollzug der Transaktion wurde der Konzern Eigentümer der serbischen Unternehmen Univerzum Export-Import d.o.o. und Univerzum Ciglana d.o.o.

Klarheit über das gesamte Ausmaß der Geschäftsentwicklung soll der 12. November 2026 bringen. An diesem Tag will Wienerberger den Zwischenbericht zu den ersten neun Monaten des Jahres vorlegen. Zudem hat das Unternehmen für dieses Datum ein Update zur strategischen Überprüfung sowie zu den beschleunigten Kostensenkungsmaßnahmen angekündigt.

An den Märkten wiegen die jüngsten Signale schwer. Seit Jahresanfang hat das Papier einen Verlust von 50 Prozent verbucht. Die Vorlage der Neunmonatszahlen im November dürfte zeigen, wie weit die angekündigten Kostensenkungen vorangeschritten sind.