Die Schweizer Großbank UBS hat ihr Engagement beim österreichischen Baustoffkonzern Wienerberger zurückgefahren. Wie aus einer am Montag veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung hervorgeht, sank die Gesamtposition der Bank mit dem Stichtag 8. Oktober auf 3,96 Prozent, nachdem sie zuvor bei 4,09 Prozent gelegen hatte.
Auf direkte Stimmrechte aus Aktien entfielen dabei 0,71 Prozent, während 3,26 Prozent über Finanzinstrumente gehalten wurden. Die Transaktion markiert eine rasche Kehrtwende, nachdem die Großbank die Meldeschwelle von vier Prozent erst wenige Tage zuvor überschritten hatte.
Bauflaute und Kostendruck belasten Jahresprognose
Die Positionsverschiebung bei dem institutionellen Investor fällt in eine anhaltend schwierige operative Phase des Ziegel- und Rohrspezialisten. Wienerberger hatte seine operative Prognose für das Gesamtjahr 2026 spürbar zurücknehmen müssen: Das operative EBITDA wird im Gesamtjahr nunmehr in einer Spanne zwischen 640 und 650 Millionen Euro erwartet.
Verantwortlich für die Dämpfung sind vor allem die anhaltend schwache Nachfrage in Kernmärkten wie Großbritannien und Nordamerika sowie beschleunigte Kostensteigerungen bei Energie, Rohstoffen und Logistik.
Für das dritte Quartal 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro in Aussicht, begleitet von einem operativen EBITDA zwischen 170 und 180 Millionen Euro. Um der Marktschwäche zu begegnen, leitete die Unternehmensführung ein Gegensteuern ein. Neben forcierten Kostensenkungen wurde eine strategische Überprüfung angekündigt.
Belastungen spiegeln sich im Aktienkurs
An den Finanzmärkten lastet das makroökonomische Umfeld bereits seit Monaten auf den Papieren. Am gestrigen Mittwoch notierte die Wienerberger-Aktie zum Handelsschluss bei 15,59 Euro. Zuvor war der Kurs am 8. Oktober bis auf das 52-Wochen-Tief von 15,03 Euro abgerutscht. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus bei dem Titel auf 49 Prozent.
Die Analysten reagierten ebenfalls auf die eingetrübten Aussichten: Am 9. Oktober senkte das Analysehaus Berenberg sein Kursziel für den Titel von 25,00 Euro auf 19,00 Euro, beließ die Einstufung jedoch auf „Buy“. Als wesentliche Belastungsfaktoren führten die Experten die schleppende Baukonjunktur sowie die Kombination aus gestiegenen Hypothekenzinsen und Inflation an.
Wesentliche neue Impulse erwarten Marktbeobachter am 12. November 2026: An diesem Tag will Wienerberger die vollständigen Ergebnisse für die ersten neun Monate 2026 veröffentlichen und zugleich ein Update zu den Fortschritten bei Kostensenkungen und der strategischen Überprüfung geben.
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