Ein unerwartetes Trading Update drückt die Aktie von Wienerberger heute um 2,7 Prozent ins Minus. Der Baustoffkonzern kündigte an, seine Ziele für das Gesamtjahr 2026 nicht halten zu können, woraufhin das Papier auf 16,35 Euro nachgab. Ursächlich für die Korrektur sind vor allem anhaltende Belastungen im Wohnungsneubau sowie spürbarer Kostendruck.

Gedämpfte Aussichten für das Gesamtjahr

Wienerberger hat die Prognose für das operative EBITDA im Gesamtjahr 2026 auf 640 bis 650 Millionen Euro gesenkt. Wie die Nachrichtenagentur APA berichtet, zwang die schleppende Baukonjunktur das Unternehmen zu diesem Schritt.

Für das dritte Quartal rechnet der Vorstand noch mit einem Umsatz von rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Das operative EBITDA soll sich in diesem Jahresviertel nach Unternehmensangaben auf etwa 170 bis 180 Millionen Euro belaufen.

Verantwortlich für das schwächere Abschneiden ist nach Angaben des Konzerns eine verhaltener als erhofft verlaufene saisonale Erholung im Bausektor. Insbesondere in den Schlüsselmärkten Großbritannien und Nordamerika bleibt die Nachfrage im Wohnungsneubau nachhaltig gedämpft.

Neben den rückläufigen Volumina verschärfte sich die Ertragslage durch sprunghaft gestiegene Ausgaben: Seit Ende August belasten höhere Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik die operativen Margen zusätzlich.

Sparprogramm und strategische Überprüfung angekündigt

Das Management reagiert auf die Marktschwäche mit Gegenmaßnahmen. Zusammen mit der Vorlage des vollständigen Berichts für die ersten neun Monate des laufenden Jahres, der am 12. November veröffentlicht werden soll, will Wienerberger ein Update zur laufenden strategischen Überprüfung präsentieren.

An diesem Termin sollen auch beschleunigte Kostenoptimierungen detailliert vorgestellt werden, um den Margendruck aufzufangen. Bereits vor gut drei Wochen hatte der Konzern eine personelle Weichenstellung vollzogen, als Dr. Claus Ehrenbeck die Leitung der Investor-Relations-Abteilung als Senior Vice President übernahm.

An der Börse hinterlässt die anhaltende Branchenflaute deutliche Spuren: Mit einem Rückgang von 46 Prozent seit Jahresanfang spiegelt die Notierung die schwierigen Rahmenbedingungen wider. Die am 12. November anstehenden Details zum geplanten Sparkurs dürften für Marktteilnehmer der nächste wichtige Orientierungspunkt sein.