Wohnimmobilien in Deutschland verteuern sich langsamer

Wohnpreise legten im Jahresvergleich um 0,6 Prozent zu; in den sieben größten Metropolen gingen die Wohnungspreise zurück.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Wohnimmobilien verteuerten sich um 0,6 Prozent
  • Vorquartalsplus betrug lediglich 0,3 Prozent
  • Wohnungen in Top-7-Metropolen wurden günstiger
  • Großstädte außerhalb der Top-7 legten zu

Wohnraum in Deutschland bleibt knapp, aber der Preisanstieg verliert spürbar an Kraft. Im zweiten Quartal 2026 kosteten Wohnimmobilien durchschnittlich nur noch 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zwar verzeichnete der Markt damit den siebten Anstieg in Folge, das Tempo flacht jedoch zusehends ab.

Im Vergleich zum Vorquartal verteuerte sich Wohneigentum im Frühjahr um lediglich 0,3 Prozent. Parallel dazu korrigierten die Statistiker den Zuwachs für das erste Quartal auf 1,2 Prozent nach unten.

Metropolen geben nach, Großstädte legen zu

Hinter dem bundesweiten Durchschnitt verbirgt sich eine deutliche regionale Spreizung. Vor allem in den sieben größten Metropolen geraten die Preise für Eigentumswohnungen unter Druck: In Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf sanken die Notierungen um 0,4 Prozent im Vorjahresvergleich. Das Preisniveau in diesen Ballungsräumen bleibt ungeachtet dessen vergleichsweise hoch.

Ein anderes Bild zeigt sich in der zweiten Reihe. In kreisfreien Großstädten außerhalb der Top-7 verteuerten sich Wohnungen binnen Jahresfrist um 2,0 Prozent. In ländlichen Kreisen gaben die Preise für Eigentumswohnungen derweil wieder nach, während sich Ein- und Zweifamilienhäuser in den meisten Regionen weiter verteuerten.

Teures Bauen und hohe Zinsen dämpfen den Markt

Dass die Preiskurve abflacht, liegt nicht an einem Überangebot. Nach Schätzungen fehlen bundesweit rund eine Million Wohnungen. Die Bundesregierung will den Neubau über schnellere Genehmigungen ankurbeln, nachdem das frühere Ziel von jährlich 400.000 Wohnungen verfehlt wurde.

Allerdings belasten gestiegene Baukosten private wie gewerbliche Bauherren nachhaltig. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kreditzinsen vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und Inflationssorgen über vier Prozent liegen. Solange die Finanzierungskosten auf diesem Niveau verharren, bleibt der Spielraum für Preiserholungen am Wohnungsmarkt eng begrenzt.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.