Wolters Kluwer bleibt auf Kurs. Der niederländische Informationsdienstleister hat nach neun Monaten die Jahresziele bestätigt und zeigt, dass sich die KI-Investitionen allmählich in Wachstum übersetzen.

Cloud und KI treiben das Geschäft

Der Umsatz stieg organisch um 6 Prozent, in konstanten Währungen um 4 Prozent. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch Verkäufe, etwa des Geschäfts mit Finanzberichterstattung im Dezember 2025. Im dritten Quartal zog das Tempo gegenüber dem ersten Halbjahr an, wie vom Unternehmen erwartet.

Das bereinigte operative Ergebnis legte um 10 Prozent zu. Der Vorstand führt das auf Effizienzgewinne und operative Hebelwirkung zurück.

Besonders dynamisch wächst die Cloud-Software: Sie macht knapp ein Viertel des Konzernumsatzes aus und legte organisch um 15 Prozent zu. Wiederkehrende Erlöse, die 85 Prozent des Geschäfts stellen, wuchsen um 7 Prozent. Der schrumpfende Printbereich bremste das Konzernwachstum dagegen um einen Prozentpunkt.

Gesundheit, Steuern, Recht

Im Bereich Health nutzen in den USA über 95 Prozent der Unternehmenskunden die KI-Funktion UpToDate Expert AI. Neue Partnerschaften, darunter mit Epic, Suki und Doximity, binden die medizinischen Inhalte in weitere Arbeitsabläufe ein.

Tax & Accounting wuchs um 6 Prozent, getrieben von Cloud-Lösungen. Mehr als 400 Kanzleien haben KI-Module für CCH Axcess abonniert. Im Bereich Legal & Regulatory überzeugten die zugekauften Einheiten: Brightflag wächst zweistellig, Libra hat in Europa über 17.000 Nutzerlizenzen verkauft. CEO Stacey Caywood zufolge liegen die Zukäufe vor Plan.

Schwächer lief es bei Umwelt- und ESG-Software mit nur 3 Prozent organischem Wachstum. Der Vorstand verweist auf geopolitische Unsicherheit und schwächere Implementierungsdienste.

Ausblick und Aktienrückkauf

Für 2026 bleibt der Ausblick unverändert: eine bereinigte operative Marge von rund 28 Prozent und ein Gewinn je Aktie mit hohem einstelligem Wachstum in konstanten Währungen. Die Ausgaben für Produktentwicklung sollen im vierten Quartal deutlich steigen, ebenso die Restrukturierungskosten. Der Freie Cashflow wuchs nur um 3 Prozent, weil Working-Capital-Abflüsse sowie höhere Zins- und Steuerzahlungen den Gewinnzuwachs fast aufzehrten.

Aktionäre profitieren vom Rückkaufprogramm. Von bis zu 500 Millionen Euro für 2026 sind bislang 264 Millionen Euro umgesetzt, im Schnitt zu 67,97 Euro je Aktie.

Für Januar und Februar 2027 hat das Unternehmen ein Mandat über bis zu 75 Millionen Euro unterzeichnet. Details zum weiteren Programm 2027 folgen am 24. Februar 2027, zusammen mit den Jahreszahlen für 2026.