Woolworths hat seinen Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2027 gesteigert und ist im australischen Lebensmittelgeschäft stärker gewachsen als Coles. Die Preissenkungen begleiten damit eine bessere Verkaufsentwicklung. Für Anleger liegt die entscheidende Einschränkung jedoch auf der Hand: Höhere Umsätze allein belegen noch keinen höheren Gewinn.
Australisches Lebensmittelgeschäft trägt das Wachstum
Der Konzernumsatz erreichte 19,4 Milliarden australische Dollar und lag damit 4,7% über dem Vorjahreswert. Das Geschäft Australian Food steigerte seine Erlöse um 6,9%. Woolworths hatte die Quartalszahlen am Freitag gemeldet.
Die Entwicklung verlief innerhalb des Konzerns unterschiedlich. Während das australische Lebensmittelgeschäft zulegte, verzeichneten New Zealand Food und W Living Rückgänge. Die Stärke des wichtigsten Wachstumsträgers darf deshalb nicht mit einer durchgehend positiven Entwicklung aller Bereiche gleichgesetzt werden.
Medienberichten zufolge investierte Woolworths mehr als 100 Millionen australische Dollar in Preissenkungen. Das macht die Umsatzentwicklung für Anleger besonders interessant: Das Unternehmen verbindet günstigere Angebote mit wachsenden Erlösen.
Preissenkungen sind allerdings zunächst eine Investition in die Kundenbindung. Für die Bewertung der Strategie zählt deshalb nicht allein das Verkaufstempo. Entscheidend ist auch, wie sich die günstigeren Angebote auf die Ertragskraft auswirken. Umsatzwachstum und wirtschaftlicher Erfolg der Preisoffensive sind keine identischen Größen.
Coles kündigt weitere Preisaktionen an
Der Wettbewerber Coles meldete für sein Supermarktgeschäft im selben Quartal ein Umsatzplus von 3,6%. Woolworths lag mit dem Wachstum von Australian Food darüber. Beim Konzernumsatz kam Coles auf einen Zuwachs von 2,2%.
Der Vergleich unterstreicht die stärkere Verkaufsdynamik von Woolworths. Zugleich signalisiert die Reaktion des Wettbewerbers, dass der Wettbewerb um preisbewusste Kunden nicht nachlässt. Coles kündigte an, seine Werbe- und Preisaktionen vor Weihnachten anzupassen.
Für das erste Halbjahr des Geschäftsjahrs 2027 erwartet Coles beim Supermarkt-EBIT etwa das Vorjahresniveau. Als Belastungen nannte das Unternehmen ein schwächeres Umsatztempo, Investitionen in Kundenpreise und höhere Treibstoffkosten.
Wachstumsvorsprung braucht Ertragsqualität
Für Woolworths ergibt sich daraus ein zweigeteiltes Bild. Die jüngsten Umsätze sprechen für eine stärkere Position gegenüber Coles im australischen Lebensmittelgeschäft. Die Rückgänge in anderen Konzernbereichen begrenzen jedoch die Breite dieses Erfolgs.
Der nächste Bewertungsmaßstab ist deshalb die Ertragsqualität des Wachstums. Die Preisoffensive gewinnt an Überzeugungskraft, wenn Woolworths den Verkaufsvorsprung auch unter intensiveren Wettbewerbsbedingungen wirtschaftlich nutzen kann. Die Quartalsumsätze liefern dafür einen positiven Anhaltspunkt, aber noch keinen Gewinnbeleg.
Stand heute, 1. November: Woolworths – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Woolworths investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 1. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

