WPP kommt bei der Stabilisierung voran, hat die Wende zum Wachstum aber noch nicht erreicht. Der vergleichbare Nettoumsatz sank im dritten Quartal um 2,1 Prozent nach einem Rückgang von 2,8 Prozent im Vorquartal. Mit dem heute veröffentlichten Zwischenbericht bestätigt der Konzern seine Jahresprognose. Die Schwäche im Kreativgeschäft bleibt dabei eine wesentliche Belastung.

Für Anleger liegt die positive Nachricht damit zunächst im nachlassenden Rückgang. Laut Reuters sieht Konzernchefin Cindy Rose Fortschritte bei der Stabilisierung. Die erneuerten Partnerschaften mit Coca-Cola und DoorDash wertet sie als Beleg für die kommerzielle Dynamik.

Verbesserung fällt ungleich aus

Der Umsatz abzüglich durchlaufender Kosten erreichte im dritten Quartal 2026 insgesamt 2.411 Mio. Pfund. Der vergleichbare Rückgang fiel geringer aus als die von Analysten erwarteten 3,2 Prozent. Damit übertraf WPP die Erwartungen, ohne bereits auf Konzernebene zu wachsen.

Die Unterschiede zwischen den Geschäftsbereichen bleiben erheblich. Während das Mediengeschäft wieder zulegte und die Produktion ebenfalls wuchs, schrumpfte das Kreativgeschäft weiter. Die Stabilisierung erfasst somit noch nicht den gesamten Konzern.

WPP Media erzielte ein vergleichbares Plus von 0,3 Prozent. Production wuchs um 2,5 Prozent, während Creative einen Rückgang von 5,1 Prozent verbuchte. Nach Angaben von Campaign US endete im Mediengeschäft damit eine Serie rückläufiger Quartale.

Auch regional fehlt bislang eine breite Erholung: Alle vier Weltregionen verzeichneten vergleichbare Rückgänge. Deutschland entwickelte sich dagegen positiv. Die gewonnenen oder verlängerten Mandate von Nestlé, Uber und Waymo ergänzen die Partnerschaften mit Coca-Cola und DoorDash und stützen die angestrebte Stabilisierung.

Prognose setzt auf schrittweise Erholung

Für das zweite Halbjahr 2026 erwartet WPP unverändert einen vergleichbaren Nettoumsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Schlussquartal soll am besseren Ende dieser Erwartung liegen. Die bereinigte operative Jahresmarge sieht der Konzern weiterhin bei 12–13 Prozent.

Die bestätigte Prognose ist damit keine Ankündigung einer unmittelbar bevorstehenden Wachstumswende. Sie beschreibt zunächst eine weitere Stabilisierung innerhalb eines weiterhin rückläufigen Geschäfts. Die Rückkehr zum Wachstum bleibt das nächste Ziel und ist noch kein erreichtes Ergebnis.

WPP strebt dieses Wachstum für 2027 an. Beim bereinigten operativen Cashflow vor Veränderungen des Working Capital erwartet das Unternehmen 800–900 Mio. Pfund. Ohne die erwarteten Restrukturierungskosten liegt die Prognose bei 1,0–1,1 Mrd. Pfund.

Die unterschiedlichen Cashflow-Prognosen machen deutlich, dass die Restrukturierung finanziell ins Gewicht fällt. Für Anleger zählt deshalb neben der Umsatzentwicklung auch, wie sich die Kosten des Umbaus auf die verfügbaren Mittel auswirken.

Analysten bleiben zurückhaltend

Bernstein SocGen hob das Kursziel von 4,00 auf 4,10 Pfund an. Die Einstufung bleibt jedoch „Market Perform“. Das Analysehaus reagiert damit zwar positiv auf die Entwicklung, verbindet die Zielanhebung aber nicht mit einer optimistischeren Empfehlung.

Die entscheidende Bewährungsprobe liegt im Schlussquartal: WPP muss die angekündigte Verbesserung innerhalb der Prognosespanne liefern. Dafür sprechen das wieder wachsende Mediengeschäft und die erneuerten Kundenbeziehungen. Der anhaltende Rückgang im Kreativgeschäft begrenzt bislang jedoch die Aussagekraft dieser Fortschritte für den gesamten Konzern.