Starke Auslieferungszahlen und eine aggressive Auto-Offensive. Bei Xiaomi klaffen operative Realität und Börsenstimmung aktuell weit auseinander. Während der Konzern auf der Pekinger Automesse neue Elektro-Modelle präsentiert, rutscht die Aktie auf ein neues Jahrestief.
Münchener Technik für den Heimatmarkt
Auf der laufenden Automesse in Peking demonstriert der Konzern seine Ambitionen im Hochleistungssegment. Im Zentrum steht der neue Performance-SUV YU7 GT. Das Modell soll Ende Mai offiziell in China starten. Das Münchener Forschungszentrum des Unternehmens entwickelte das Fahrzeug maßgeblich mit. Ein Team aus ehemaligen BMW- und Porsche-Ingenieuren baute den Antriebsstrang.
Die Systemleistung liegt bei über 1.000 PS. Die Reichweite beziffert Xiaomi auf 705 Kilometer. Parallel dazu zeigt das Unternehmen mit dem Konzept-Hypercar Vision GT seine technische Reichweite. Das Fahrzeug basiert auf einer 900-Volt-Plattform und sprintet in unter einer Sekunde auf Tempo 100.
Europa im Visier
Ab 2027 will Xiaomi offiziell Fahrzeuge außerhalb Chinas verkaufen. Europa dient dabei als erster Zielmarkt. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Das Unternehmen baut aktiv eine operative Infrastruktur auf dem Kontinent auf.
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Dafür sicherte sich der Konzern die Dienste von Dieter Lorenz. Der Manager leitete zuvor die Auslieferungsprozesse für Tesla in Zentraleuropa. In Deutschland, Frankreich und Spanien sucht Xiaomi aktuell massiv Führungskräfte für den Vertrieb.
Ein kürzlicher Besuch des spanischen Ministerpräsidenten in Peking verleiht der Expansion eine politische Dimension. Spanien bringt sich bereits als potenzieller Produktionsstandort ins Spiel.
Rote Zahlen an der Börse
Das operative Geschäft liefert solide Daten. Im ersten Quartal 2026 übergab Xiaomi rund 80.000 Fahrzeuge an Kunden. Seit dem Start im April 2024 summieren sich die Auslieferungen auf eine halbe Million Einheiten. Die Automobilsparte arbeitet bereits profitabel.
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An der Börse verpuffen diese Erfolge völlig. Die Aktie schloss am Freitag bei 3,38 Euro und markierte damit exakt ihr 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 25 Prozent an Wert verloren. Der Kurs notiert deutlich unter allen wichtigen Durchschnittslinien.
Der Grund: das Kerngeschäft. Gestiegene Kosten für Speicherchips drücken die Margen bei den Smartphones. Der bereinigte Nettogewinn brach im vierten Quartal 2025 um 24 Prozent ein.
Die Automesse in Peking läuft noch bis Anfang Mai. Marktbeobachter erwarten weitere Details zur Preisgestaltung des YU7 GT. Ein starkes Fundament für den Europa-Start existiert bereits. Im vergangenen Jahr steigerte Xiaomi seine Premium-Smartphone-Umsätze in Westeuropa um rund 40 Prozent. Auf dieser Kundenbasis will der Konzern künftig seine Elektroautos vermarkten.
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