Starke Nachfrage, schwacher Kurs — bei Xiaomi klaffen Realität und Stimmung auseinander. Zum Wochenauftakt hat die Aktie rund sieben Prozent zugelegt, getragen von robusten Absatzzahlen im Elektroauto-Geschäft. Allerdings liegt das Papier trotz der Erholung noch fast die Hälfte unter seinem 52-Wochen-Hoch von 6,69 Euro.

SU7 übertrifft Erwartungen

Der Haupttreiber der Kursbewegung: Xiaomis Elektroauto-Sparte läuft besser als erwartet. Das Modell SU7 sammelte innerhalb von sechs Wochen mehr als 70.000 Festbestellungen ein. Im April überschritt Xiaomi erstmals die Schwelle von 30.000 monatlichen EV-Auslieferungen. Von Januar bis April 2026 kumulieren sich die Lieferungen auf rund 114.000 Fahrzeuge — ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen ist ambitioniert. Das Management hält daran fest.

Smartphone-Kerngeschäft unter Druck

Das Bild im Smartphone-Segment trübt die Euphorie. Im ersten Quartal 2026 sanken die weltweiten Auslieferungen um 19 Prozent auf 33,8 Millionen Einheiten. Analysten machen die starke Abhängigkeit vom Preissegment unter 200 US-Dollar verantwortlich — ein Segment, das besonders empfindlich auf gestiegene Speicherkomponentenpreise reagiert.

Xiaomi steuert gegen: Die MIX-Serie soll zurückkehren, das Modell MIX 5 unter dem Codenamen „Hongkong“ 2026 weltweit erscheinen und mit Unter-Display-Kameras sowie magnetischen Linsensystemen punkten. Die kleinere Clamshell-Reihe MIX Flip 3 wurde offenbar eingestellt, die Ressourcen fließen ins großformatige „Xiaomi 18 Fold“ — ein Schritt in Richtung margenstärkerer Segmente.

Zwei Termine im Blick

Am 26. Mai legt Xiaomis Vorstand die ungeprüften Quartalsergebnisse für Q1 2026 vor. Kurz darauf soll der Launch des Premium-SUV YU7 GT folgen — ein Modell, das Xiaomis Anspruch im Hochpreissegment unterstreichen soll. Ob die Zahlen Ende Mai die Rallye bestätigen oder die Schwäche im Smartphone-Kerngeschäft stärker in den Vordergrund rückt, wird die nächste Richtungsentscheidung für die Aktie liefern.