Xiaomi hat am heutigen Freitag den Rückkauf von 1,9 Millionen eigenen Aktien der Klasse B über die Börse abgeschlossen. Der Konzern zahlte dafür insgesamt 50 Millionen Hongkong-Dollar. Gleichzeitig bestätigte sich am Markt die bereits am Mittwoch bekannt gewordene Anhebung des Smartphone-Absatzziels für das laufende Jahr auf 110 Millionen Einheiten.
Kräftige Zielanhebung dank günstigerer Speicherchips
Xiaomi hatte die Prognose für die Smartphone-Auslieferungen 2026 von zuvor 90 Millionen auf nun 110 Millionen Stück erhöht. Als Begründung nannte der Konzern eine Entspannung bei den Einkaufspreisen für DRAM- und NAND-Speicherchips – ein Kostenfaktor, der die Margen der Smartphone-Sparte zuletzt belastet hatte. Die Anhebung um mehr als ein Fünftel gegenüber dem ursprünglichen Ziel signalisiert, dass Xiaomi trotz Kostendrucks im ersten Quartal die operative Basis für das Gesamtjahr deutlich optimistischer einschätzt als noch vor wenigen Wochen.
Der jetzt abgeschlossene Rückkauf von 1,9 Millionen Aktien reiht sich in ein bereits laufendes Programm ein. Medienberichten zufolge hat Xiaomi seit Juni 2026 insgesamt 79,8 Millionen eigene Aktien erworben. Am 16. Juli hatte der Kurs im Zuge dieser Rückkaufintensität an einem einzelnen Handelstag um 6,14 Prozent zugelegt. Auch Anfang Juli sorgte ein Kursplus von 9,97 Prozent für Aufmerksamkeit, als Investoren laut Medienberichten die Nettoliquidität von mehr als 220 Milliarden Yuan sowie Fortschritte bei der Profitabilität der Elektroauto-Sparte in den Blick nahmen.
Autosparte wächst, bleibt aber defizitär
Die Zahlen zum ersten Quartal 2026 hatten bereits im Mai einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Der Konzernumsatz von 99,1 Milliarden Yuan übertraf die Markterwartungen, die Autosparte lieferte 80.856 Fahrzeuge aus. Zugleich verzeichnete das Elektroauto-Geschäft einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Eine Sektoranalyse von Mitte Juli thematisierte zudem eine Investitionslücke im Milliardenbereich gegenüber US-Wettbewerbern bei der Skalierung der globalen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge – ein Punkt, der die langfristigen Ambitionen des Konzerns im Automobilgeschäft relativiert.
Auf dem europäischen Markt bahnt sich unterdessen eine Nebenlinie an: Der spezialisierte Importeur Auto China bestätigte heute die Verfügbarkeit der Modelle SU7, SU7 Ultra und YU7 in Deutschland über eine EU-Einzelgenehmigung. Xiaomi selbst hält jedoch an seinem Plan fest, den offiziellen Markteintritt in Europa erst 2027 zu vollziehen – die über Auto China erhältlichen Fahrzeuge laufen damit außerhalb des offiziellen Vertriebswegs des Konzerns.
Kurs stabilisiert sich nach schwachem Jahr
An der Börse notiert die Xiaomi-Aktie aktuell bei 2,99 Euro und damit unverändert zum gestrigen Donnerstagsschluss. Über die vergangenen 30 Tage hat sich das Papier um 16,39 Prozent erholt, bleibt aber seit Jahresbeginn deutlich im Minus. Zum 52-Wochen-Hoch von 6,51 Euro, erreicht im September 2025, beträgt der Abstand weiterhin gut 54 Prozent. Die jüngste Erholungsbewegung fällt zeitlich mit der Zielanhebung und dem intensivierten Rückkaufprogramm zusammen, auch wenn der breitere Kursverlauf des vergangenen Jahres von den Belastungen im Kerngeschäft und den Anlaufverlusten der Autosparte geprägt bleibt.
Für Anleger ergibt sich damit ein Bild zweier gegenläufiger Kräfte: Auf der einen Seite stützen das aggressive Rückkaufprogramm und die optimistischere Absatzprognose das kurzfristige Sentiment. Auf der anderen Seite bleiben die strukturellen Fragen zur Profitabilität der Elektroauto-Sparte und zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit im Ladeinfrastruktur-Ausbau ungelöst.
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