Xiaomi steckt in einer Phase, in der schwache Quartalszahlen auf technologische Fortschritte treffen. Während das Unternehmen operativ Federn lassen musste, treibt es parallel die eigene Chip-Entwicklung voran und kauft weiter eigene Aktien zurück. Die Aktie notiert aktuell bei 3,04 Euro und damit rund 30 Prozent unter dem Stand von Jahresbeginn.
Gewinneinbruch im zweiten Quartal
Die im August vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal 2026 fielen deutlich schwächer aus als im Vorjahr: Der bereinigte Nettogewinn brach um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan ein, der Umsatz sank um 6,1 Prozent auf 108,9 Milliarden Yuan.
Xiaomi selbst betonte jedoch, der stärkste Kostendruck im Smartphone-Geschäft habe mittlerweile nachgelassen. Medienberichten zufolge gingen im Berichtszeitraum die Auslieferungen auf 31,2 Millionen Geräte zurück, begleitet von schwächeren Erlösen im Smartphone-Segment.
Trotz der roten Zahlen hält Xiaomi an seinem Aktienrückkaufprogramm fest. Medienberichten zufolge hat das Unternehmen bis zum 13. August 2026 bereits Aktien im Gegenwert von 11,7 Milliarden Hongkong-Dollar zurückgekauft – ein Signal, dass das Management trotz der operativen Schwäche Vertrauen in die eigene Bewertung zeigt.
Chip-Offensive als Gegengewicht
Während die Kernzahlen belasten, setzt Xiaomi strategisch auf eigene Halbleiter-Kompetenz. Ende August stellte das Unternehmen den neuen Chip Xring O3, auch Xuanjie O3 genannt, vor und erklärte, dieser befinde sich bereits in Massenproduktion. Laut Reuters fertigt TSMC den Chip im modernen 3-Nanometer-Verfahren – ein technologischer Sprung, der Xiaomi näher an die Chip-Souveränität großer Wettbewerber heranführen soll.
Ergänzend dazu bestätigte Xiaomi über seinen offiziellen Weibo-Kanal, dass der chinesische Speicherhersteller CXMT die LPDDR6-DRAM-Chips für das kommende Flaggschiff-Faltgerät 18 Fold liefern wird. Laut Reuters soll das Gerät im September auf den Markt kommen. Die Kombination aus eigenem Prozessor und heimischem Speicherpartner unterstreicht Xiaomis Bestreben, Abhängigkeiten von externen Zulieferern zu reduzieren.
Im Massenmarkt bleibt das Unternehmen ebenfalls aktiv: Medienberichten zufolge stellte Xiaomi mit einem neuen Redmi-Modell ein Smartphone mit 10.000-mAh-Akku vor, das ab dem 28. August in Japan erhältlich ist.
Was das für Anleger bedeutet
Der Kurs bewegt sich derzeit rund 3,8 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine leichte kurzfristige Stabilisierung hindeutet, nachdem die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten fast die Hälfte ihres Wertes verloren hat.
Die Kursentwicklung spiegelt damit die Zwickmühle wider, in der sich Xiaomi befindet: Das schwache Quartalsergebnis belastet kurzfristig, während die Fortschritte bei eigenen Chips und die neuen Produktlaunches mittelfristig Perspektive bieten sollen.
Für Anleger bleibt entscheidend, ob der nachlassende Kostendruck im Smartphone-Geschäft, den Xiaomi selbst anführt, sich in den kommenden Quartalen tatsächlich in besseren Margen niederschlägt. Die Chip-Offensive mit Xring O3 und die Partnerschaft mit CXMT für den 18 Fold könnten dabei zum Prüfstein werden, ob Xiaomis technologische Investitionen operativ Früchte tragen.
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