Xiaomi setzt heute in Wien ein Ausrufezeichen im Produktgeschäft. Der Konzern zeigt die 17T-Serie, nach eigenen Angaben das größte Upgrade der T-Reihe. Der Zeitpunkt ist heikel. Kurz zuvor haben schwache Quartalszahlen die Aktie Richtung Jahrestief gedrückt.
Früher Start, größere Produktwelle
Die globale Premiere startete um 12 Uhr UTC. Damit bringt Xiaomi die neue T-Serie deutlich früher als üblich auf die Weltmärkte. Für den Konzern ist es der früheste globale T-Launch seiner Geschichte.
Der Auftritt beschränkt sich nicht auf Smartphones. Auch die Watch S5, das Smart Band 10 Pro, der Sound Play-Lautsprecher und die Buds 6 gehören zum Paket. Xiaomi will damit mehr als nur ein neues Handy zeigen.
Beim Basismodell setzt Xiaomi auf ein AMOLED-Display mit hoher Bildrate und einen Dimensity-8500-Chip. Der Akku fasst 6.500 mAh und lädt mit 67 Watt. Die Leica-Hauptkamera löst mit 50 MP auf.
Das Pro-Modell legt technisch nach. Es erhält ein 6,83-Zoll-OLED-Panel mit 144 Hertz und den Dimensity-9500. Der Akku fasst 7.000 mAh und lädt per Kabel mit 100 Watt.
Kabelloses Laden mit 50 Watt kommt beim Pro hinzu. In Europa kostet das 17T 749 Euro. Für das 17T Pro ruft Xiaomi 999 Euro auf.
Leica soll das Premium-Profil schärfen
Wichtiger als einzelne Daten ist die Rolle von Leica. Erstmals zieht die Kameramarke in die T-Serie ein. Das hebt die Modellreihe näher an Xiaomis teurere Geräte heran.
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Die neue Serie bringt Leica Live Moment und eine Leica-Telekamera über die gesamte Baureihe. Für Xiaomi zählt dabei nicht nur das Foto-Argument. Der Konzern braucht ein stärkeres Premium-Profil, weil das Massengeschäft unter Druck steht.
Quartalszahlen drücken die Stimmung
Der Produktstart trifft auf einen belasteten Zahlenkranz. Xiaomi meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 99,1 Milliarden Yuan. Das entspricht rund 14,6 Milliarden US-Dollar.
Das Problem lag im Ergebnis. Der bereinigte Nettogewinn fiel um 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan. Erwartet waren im Schnitt 6,4 Milliarden Yuan.
Damit hat Xiaomi die Markterwartung klar verfehlt. Der Launch wirkt deshalb weniger wie ein Selbstläufer. Er muss gegen einen schwachen operativen Trend anlaufen.
Im laufenden Geschäft wurde der Druck noch deutlicher. Der Quartalsumsatz sank um 11 Prozent, die Bruttomarge um 0,8 Prozentpunkte. Das EBIT brach um 70 Prozent ein.
Besonders weh tut das Kerngeschäft. Die Smartphone-Auslieferungen sanken um 19 Prozent auf 33,8 Millionen Geräte. Laut Omdia war das der stärkste Rückgang unter den fünf größten Herstellern.
Speicherpreise werden zum Margenproblem
Die wichtigste Kostenbremse liegt bei Speicherchips. DRAM-Vertragspreise stiegen zuletzt um bis zu 95 Prozent. NAND-Flash verteuerte sich laut TrendForce um 55 bis 60 Prozent.
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Treiber ist die Nachfrage nach KI-Servern. Sie bindet Chip-Kapazitäten, die sonst auch dem Consumer-Markt zur Verfügung stehen. Für Xiaomi trifft das einen empfindlichen Punkt.
Rund 60 Prozent des Smartphone-Volumens entfallen auf Geräte unter 200 US-Dollar. In diesem Segment lassen sich höhere Kosten nur schwer weiterreichen. Counterpoint Research hält hohe Speicherpreise bis Ende 2027 für möglich.
Für das zweite Quartal verweisen Analysten auf rund 100 Prozent steigende Speicherkosten. Der frühe Start der neuen Serie kommt daher nicht zufällig. Xiaomi braucht Modelle, die höhere Preise eher tragen können.
Auch die EV-Sparte liefert gemischte Signale. Nach zwei profitablen Quartalen rutschte sie wieder in die roten Zahlen. Für 2026 peilt Xiaomi mindestens 550.000 Fahrzeugauslieferungen an.
Der Umsatz im Elektroauto-Geschäft stieg um 5,1 Prozent auf 19 Milliarden Yuan. Ab Freitag zeigt Xiaomi seine komplette EV-Palette auf der Shenzhen Auto Show. Das soll die Nachfrage stützen.
Am Markt zählt derzeit aber vor allem die Marge. Mit 3,16 Euro notiert die Xiaomi-Aktie knapp über dem Jahrestief. Das Tagesplus von 0,48 Prozent ändert wenig am Minus von 29,62 Prozent seit Jahresanfang.
Auch der Abstand zu den großen Durchschnitten bleibt groß. Der Kurs liegt 28,05 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Das zeigt, wie viel Vertrauen der Markt zuletzt ausgepreist hat.
Ein Puffer bleibt das Internet-Geschäft. Mit rund 76,1 Prozent Bruttomarge liefert diese Sparte weiter einen wichtigen Ergebnisbeitrag. Im zweiten Quartal prallen nun zwei Kräfte aufeinander: der frühe 17T-Verkaufsstart und der anhaltende Kostendruck bei Speicherchips.
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