Xiaomi hat sein neues Falt-Smartphone vorgestellt – und das mit bewusstem Timing. Das Xiaomi 18 Fold feierte am heutigen Montag seine offizielle Vorstellung in China, nur drei Tage bevor Apple sein erstes faltbares iPhone präsentieren will. Der Zeitpunkt ist kein Zufall, sondern Teil einer Strategie, mit der Xiaomi im wachsenden Segment großformatiger Falt-Handys Boden gegenüber Apple und Huawei gutmachen will.
Technisch setzt Xiaomi auf ein Buch-Design mit rundlicheren Formen als beim Galaxy Z Fold 8 der Konkurrenz. Der Außenbildschirm misst 5,38 Zoll, aufgeklappt wächst die Anzeige auf 7,58 Zoll im Seitenverhältnis von Wurzel 2 zu 1. Angetrieben wird das Gerät vom hauseigenen Xuanjie-O3-Chip in 3-Nanometer-Fertigung mit zehn Kernen, kombiniert mit LPDDR6-Arbeitsspeicher.
Bei der Kamera setzt Xiaomi auf eine 200-Megapixel-Hauptlinse von Leica plus ein 50-Megapixel-Periskop-Teleobjektiv mit 3,5-fachem Zoom. Ein 6000-mAh-Akku mit 67 Watt kabelgebundenem und 50 Watt kabellosem Laden rundet die Ausstattung ab, dazu läuft das Gerät mit dem hauseigenen Betriebssystem HyperOS 4. Neben der Standardversion gibt es eine Ceramic Edition in Rosa. Der Preis liegt bei rund 12.000 Yuan und damit deutlich über 10.000 Yuan – Xiaomi positioniert das Modell damit im Premiumsegment.
Ein hart umkämpfter Nischenmarkt
Die Ambitionen treffen auf einen Markt, der zuletzt an Schwung verloren hat. Nach einem Boom zwischen 2020 und 2022, als sich der Absatz faltbarer Smartphones in China mehr als verdreifachte, hat sich das Wachstum deutlich abgeflacht: Zwischen 2023 und 2025 legte der Markt nur noch um rund ein Fünftel zu.
In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres schrumpfte der Umsatz mit Foldables sogar. Huawei dominiert das Segment mit seiner Pura-X-Serie und einem Marktanteil von 71,8 Prozent im vergangenen Jahr – Xiaomi und Apple drängen nun beide zeitgleich in dieses hart umkämpfte Terrain.
Investitionen in Forschung als strategischer Unterbau
Der Vorstoß bei Foldables fügt sich in eine breitere Investitionsoffensive: Xiaomi hatte bereits angekündigt, bis 2030 rund 24 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung zu stecken. Auf der IFA in Berlin zeigte das Unternehmen zudem 380 Produkte, wobei das 18 Fold zunächst nur hinter Glas zu sehen war, bevor die offizielle Enthüllung in China folgte.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich am Freitag ein moderat positives Bild: Die Aktie schloss bei 3,11 Euro, ein Plus von 2,4 Prozent auf Tagessicht. Damit bewegt sich das Papier weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro aus dem vergangenen September – der Abstand beträgt gut die Hälfte. Zugleich liegt der Kurs rund ein Drittel über dem 52-Wochen-Tief vom Juni.
Belastend wirkt weiterhin das zurückliegende zweite Quartal, in dem ein Speicherchip-Engpass die Smartphone-Nachfrage bremste und den Nettogewinn um 21 Prozent auf 9,46 Milliarden Yuan drückte. Ob das 18 Fold das Premiumgeschäft spürbar stützen kann, dürfte sich erst in den kommenden Quartalszahlen zeigen.
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