Xiaomi Aktie: 20 Milliarden für Aktienrückkauf

Xiaomi verzeichnet Gewinnrückgang um 43 Prozent durch steigende Chipkosten, während Aktienrückkauf und neue Produkte die Stimmung stützen sollen.

Xiaomi Aktie
Kurz & knapp:
  • Gewinn bricht um 43 Prozent ein
  • Chipkosten belasten das Kerngeschäft
  • Aktienrückkaufprogramm von 20 Milliarden HKD
  • EV-Sparte stabilisiert Auslieferungen bei 30.000

Starke Produktnews, angespannte Bilanz — bei Xiaomi klaffen Anspruch und Realität derzeit weit auseinander. Während der Konzern heute seine Hauptversammlung abhält und zeitgleich neue Premium-Kopfhörer weltweit launcht, drückt ein Gewinneinbruch von 43 Prozent auf die Stimmung der Aktionäre.

Chip-Kosten fressen Gewinne auf

Der bereinigte Nettogewinn im ersten Quartal fiel auf 6,1 Milliarden RMB — weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts. Verantwortlich ist der laufende Preisanstieg bei DRAM- und NAND-Speicherchips, die sich im Jahresvergleich nahezu verdoppelt haben. Für ein Unternehmen, das Milliarden Smartphones, Tablets und IoT-Geräte verbaut, ist das ein strukturelles Problem, das sich nicht kurzfristig wegdiversifizieren lässt.

Das Management versucht gegenzusteuern. Auf der heutigen Hauptversammlung steht das neue Aktienrückkaufprogramm im Mittelpunkt — mit einem Volumen von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar, verteilt über die nächsten zwölf Monate. Die Botschaft ans Parkett: Wir stehen hinter der Aktie. Ob das reicht, zeigt der Chart: Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 27 Prozent verloren, auf Jahressicht sogar über 44 Prozent. Der heutige Kurs von 3,26 Euro liegt nur knapp über dem Jahrestief von 3,08 Euro, das erst Ende Mai markiert wurde.

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Ökosystem als Gegengewicht

Neben der Kapitalmarktpolitik setzt Xiaomi auf sein vernetztes Produktuniversum. Die heute gestarteten Xiaomi Buds 6 kommen in Europa für 119,99 Euro auf den Markt. Technisch zielt der Konzern auf das Premium-Segment: 11-mm-Treiber mit vergoldeter Membran, aptX Lossless von Qualcomm mit bis zu 2,1 Mbit/s, Abstimmung durch das Harman Golden Ear Team. Trotz offener Bauweise ist aktive Geräuschunterdrückung an Bord, die Gesamtlaufzeit inklusive Lade-Etui beträgt 35 Stunden.

Das passt zur breiteren Strategie. Die IoT-Plattform zählt inzwischen über 1,1 Milliarden verbundene Geräte — ohne Smartphones und Laptops. Das Ökosystem wächst, auch wenn es die Chip-Belastung im Kerngeschäft nicht kompensiert.

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Elektroauto: Investitionen belasten, Absatz stabilisiert sich

Besonders aufmerksam beobachtet wird die EV-Sparte. Das Elektroautosegment schreibt operativ noch rote Zahlen, weil Xiaomi massiv in Fertigungskapazitäten in Peking und Wuhan investiert. Auf der Habenseite: Die monatlichen Auslieferungen haben sich bei über 30.000 Fahrzeugen stabilisiert. Das Jahresziel von 550.000 Einheiten für 2026 hält der Konzern aufrecht.

Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren — das Geschäftsmodell befindet sich mitten in einer teuren Transformationsphase. Erst wenn die Chip-Kosten nachgeben und das EV-Segment die Gewinnschwelle erreicht, dürfte der Rückkauf seine volle Wirkung entfalten.

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