Xiaomi hat für das zweite Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Gewinn ausgewiesen. Der Konzernumsatz sank um 6,1 Prozent auf 108,9 Milliarden Yuan, der bereinigte Nettogewinn brach um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan ein. Grund sind vor allem gestiegene Speicherchip-Kosten, die die Smartphone-Marge auf 8,5 Prozent von zuvor 11,5 Prozent drückten.

Im Kerngeschäft mit Smartphones lieferte Xiaomi 31,2 Millionen Geräte aus, ein Rückgang von 26,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig kletterte der durchschnittliche Verkaufspreis auf ein Rekordniveau von 1.351 Yuan, ein Plus von 25,9 Prozent.

Xiaomi begründet das mit einer verbesserten Produktmischung, einem höheren Anteil an Auslieferungen in China und dem Erfolg der Xiaomi-17T-Serie im Ausland. Der Konzern bleibt damit zum 24. Quartal in Folge drittgrößter Smartphone-Anbieter weltweit.

Elektroautos wachsen, aber verbrennen weiter Geld

Deutlich dynamischer entwickelt sich das Geschäft mit Elektrofahrzeugen und KI. Die Sparte steigerte ihren Umsatz um 17,1 Prozent auf 24,9 Milliarden Yuan, getragen von 104.199 ausgelieferten E-Autos – ein Plus von 28,2 Prozent.

Der durchschnittliche Fahrzeugpreis fiel jedoch um 9,6 Prozent, was auf ein günstigeres Modellmix hindeutet. Die Segmentmarge sackte von 26,4 auf 19,2 Prozent, operativ verbuchte die Sparte einen Verlust von 2,6 Milliarden Yuan.

Xiaomi-Gründer Lei Jun kommentierte die Zahlen und sprach von einer anhaltenden „Cash-Burning-Phase“ bei Auto- und KI-Geschäft, während die Mobilfunksparte mit ihrer Premium-Strategie greifbare Ergebnisse liefere. Der Forschungsaufwand stieg im Quartal um 18,9 Prozent auf 9,2 Milliarden Yuan, im ersten Halbjahr summierte er sich auf 18,2 Milliarden Yuan.

Einen Meilenstein markierte das SU7-Modell: Kumuliert wurden mittlerweile mehr als 500.000 Einheiten ausgeliefert, nach knapp 28 Monaten seit Verkaufsstart.

Allerdings liegen die SU7-Auslieferungen im laufenden Jahr um 44 Prozent unter Vorjahresniveau, das Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen wurde nach sieben Monaten erst zu 39 Prozent erreicht.

Analysten reagieren zurückhaltend

Das Analysehaus CLSA senkte sein Kursziel auf 35 Hongkong-Dollar, hält aber an der Einstufung „Outperform“ fest. Als Hoffnungsschimmer gilt, dass sich die Speicherkosten im dritten Quartal voraussichtlich abschwächen sollen, was der Smartphone-Marge wieder Spielraum geben dürfte.

An der Börse in Frankfurt kam die Aktie zuletzt weiter unter Druck: Der Schlusskurs lag am Dienstag bei 2,80 Euro, ein Minus von 1,9 Prozent auf Tagesbasis. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 35 Prozent verloren und notiert damit deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,62 Euro.

Die Diskrepanz zwischen der operativen Wachstumsstory im Auto-Geschäft und der schwachen Profitabilität bleibt damit das zentrale Thema für Anleger: Xiaomi gewinnt Marktanteile bei E-Autos und Smartphone-Preisen, zahlt dafür aber einen spürbaren Preis bei der Marge.